Feuerwehr und THW übten

Hochwasser: Hilfskräfte trainieren das perfekte Zusammenspiel

Redaktion Nordbayerische Nachrichten

7.5.2022, 12:01 Uhr
Sandsäcke müssen richtig gestapelt werden.

© Harald Kraus/Kreisbrandinspektion Forchheim, NN Sandsäcke müssen richtig gestapelt werden.

Organisiert hat die Übung die Kreisbrandinspektion für die Feuerwehren des Kreisbrandmeisterbezirks 2/4.Als Beispiel wurde der von der Gemeinde Hallerndorf und der Kreisbrandinspektion Forchheim überarbeitete Melde- und Einsatzplan der Aisch angenommen. Dieser Plan dient dem koordinierten Einsatz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und weiterer relevanter Akteure vor, während und nach einem Hochwasser im Gemeindegebiet von Hallerndorf.

Spontan entscheiden

Kreisbrandmeister Harald Kraus zeigte anhand dieses Beispiels auf, dass gerade bei Hochwasserereignissen vielfältige, meist dringliche Entscheidungen zu treffen sowie zahlreiche Maßnahmen zu veranlassen und durchzuführen sind. Ohne vorhergehende Planungen müssen unweigerlich auftretende Fragen bei einer konkreten Konfrontation mit dem Ereignis weitgehend spontan beantwortet werden, so Kraus.

Hochwasserschutz: Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.

Hochwasserschutz: Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. © Harald Kraus/Kreisbrandinspektion Forchheim, NN

Es komme also darauf an, bereits im Vorfeld die gefährdeten Bereiche und Einsatzstellen in der Gemeinde zu identifizieren und die notwendigen Vorkehrungsmaßnahmen zu treffen. Die entsprechenden Inhalte dieses Plans stellte der Kreisbrandmeister anhand einiger Beispiele und Bilder dann vor.

Gemeinsam Übung gewünscht

Als eine Maßnahme aus dem letzten Jahrhunderthochwasser im Juli 2021 entlang der Aisch im Landkreis Forchheim haben sich die damals eingesetzten Kräfte und Helfer gewünscht, eine gemeinsame Informationsveranstaltung zum Thema Sandsacklogistik, Hochwasserschutz und Deichverteidigung am Beispiel des Melde- und Einsatzplans der Aisch durchzuführen.

Eines sei klar und dies zeigte sich bei den Ereignissen in der Vergangenheit immer wieder, dass ein abgestimmtes und gut vorbereitetes Zusammenspiel der Hilfsorganisationen ein wesentlicher Bestandteil des Einsatzerfolges ist. Bei Hochwasserlagen und Starkregen-Ereignissen ist es sehr wichtig, die jeweiligen Abläufe von Feuerwehr und THW untereinander zu kennen, damit ein perfektes Zusammenspiel gewährleistet ist.


Richtig befüllen und schleppen


Sandsäcke sind hierbei ein wichtiges Hilfsmittel und spielen bei der Schadensbekämpfung eine nicht unerhebliche Rolle. Auch, wenn die Hilfsorganisationen grundsätzlich ein gewisses Kontingent an Sandsäcken gefüllt vorhalten, sei ein Vorlauf oder etwas Zeitaufwand bei einem größeren Bedarf nötig. Auch die Logistik, die dahintersteckt, dürfe nicht unterschätzt werden. Sandsäcke befüllen, transportieren, schleppen und richtiges Stapeln, sind unter anderem wichtige Maßnahmen bei einem Hochwasser oder Starkregenereignis, die geübt und gut vorbereitet sein müssen.

Maximilian Petermann vom THW Forchheim führte bei der Übung den teilnehmenden Feuerwehren die vom Landkreis Forchheim beschaffte und beim THW stationierte Sandsackfüll-Anlage nun vor. Sie wird im Notfall von zuvor definierten Feuerwehren und von Kräften des THW bedient, damit sei ein schnelles und effizientes Füllen von Sandsäcken ermöglicht.

Effektiv einbauen

Zum Thema Hochwasserschutz und Deichverteidigung referierte Christian Lachmann vom THW und er zeigte anhand einer Präsentation und einiger Praxisbeispiele den richtigen Umgang und den Einsatz von Sandsäcken auf. Egal ob eine Sicherung eines Gebäudeeingangs, einer Garage oder einer größeren Fläche, es kommt immer darauf an, dass Sandsäcke richtig und effektiv verbaut werden, damit kein Wasser durch Ritzen fließen kann.
In den nächsten Wochen findet eine Löschzugübung im Kreisbrandmeister Bezirk 2/4 statt. Dabei wird dann das gewonnene Wissen weiter ausgebaut und nochmals vertieft.

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