Donnerstag, 09.04.2020

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Keller Mountain Blues Band rockt das Junge Theater Forchheim

Grandiose Geburtstagsfeier der Forchheimer Kult-Formation - 13.01.2020 17:17 Uhr

Gut vier Stunden groovten die Keller Mountains im Jungen Theater: Ralf "Banz" Heilmann (links) und Alex Teubner hatten ihren Spaß. © Udo Güldner


Peter Pelzner aus Nürnberg ist neuer Gitarrist der Keller Mountains. Selbst der eigene 54. Geburtstag konnte ihn nicht davon abhalten, ins Scheinwerferlicht zu treten.

Mit Peter Pelzner hat sich der Klang deutlich verändert. Weil jetzt nicht mehr zwei Gitarristen den Ton angeben, Thomas „Foxy“ Langguth und Rainer „Ade“ Adebahr. Die beiden Forchheimer sitzen erstmals seit Jahrzehnten entspannt an der Theke und im Dunkel zur Künstlergarderobe und können mit ihren Fans plaudern.

Platz für den Profi

Die zwei durch die Rockmusik geprägten Gitarristen haben jetzt einem Profi-Musiker Platz gemacht, der in mehreren Projekten die 1973-er Fender Stratocaster schwingt. Am bekanntesten ist „Peter Pelzner & The Burning Hearts“.

Für Peter Pelzner ist das Junge Theater kein völliges Neuland. Neben ihm stehen die groovende Rhythmus-Sektion mit Roland Zenk am E-Bass und Jochen Schmidt am Schlagzeug auf der Bühne und Stephan Greisinger aus Fürth sowie Nadin Albrecht mit Alex Teubner aus Röthenbach an der Pegnitz. © Udo Güldner


Im Laufe des vierstündigen Konzertabends wurde so manch einem im Publikum warm ums Herz. Obwohl Pelzner bereits seit dem „Blues will eat-Festival“ in Nürnberg im März letzten Jahres seine Saiten weinen lässt, braucht er doch noch einen Spickzettel. Zu umfangreich ist das Repertoire, das die Blues Band vom Kellerberg aufgehäuft hat. Aretha Franklins „Chain of Fooles“, Isaac Hayes´ „Do Your Thing“ oder Bill Withers´ „Soul Shadows“ sind darunter. Für Peter Pelzner ist das Junge Theater kein völliges Neuland.

Hier im Kulturkeller und droben auf den Kellern, während des Annafestes, stand er bereits an der Seite Ralf Heilmanns aus Hausen. Sie hatten sich den Namen „Naked Lunch“ gegeben, nach einem Roman des US-Schriftstellers William S. Burroughs, und „Tequila“, wobei diese vor allem den Blues Brothers nacheiferten.

Bärenstarker Bläsersatz

Die langjährige Freundschaft mit dem letzten Gründungsmitglied der Keller Mountain Blues Band, Ralf Heilmann, sorgt dafür, dass Pelzner am Rande der Bühne steht. Neben ihm die groovende Rhythmus-Sektion mit Roland Zenk am E-Bass und Jochen Schmidt am Schlagzeug. Dass dem Neuling der pulsierende Funk ganz besonders liegt, zeigt Tower of Powers „Souled out“. Mit dem bärenstarken Bläsersatz im Rücken bringt das noch einmal so viel Spaß. Aus dem Schatten heraus, in den man Jürgen Trießl mit seiner Posaune verbannt hat, erzeugt er mit seinen Kollegen Harald Dallhammer am Bariton-Saxophon sowie Thomas Schleicher und Ersatz-Trompeter Klaus Wangorsch Schallwellen, die den Zuhörern in die Glieder gehen.

He's got the Blues! © Udo Güldner


Wenn dann Stephan Greisinger aus Fürth sein Tenor-Saxophon stimmt, sind die Fans außer sich, unter ihnen viele, die erstmals die Keller Mountain Blues Band erleben. Bisweilen glaubt man sich in einen New Yorker Jazz-Schuppen versetzt, oder in eine 70-er Jahre Disco.

Nur das Stroboskop und die Disco-Kugel fehlen noch, so energiegeladen erklingt Stevie Wonders „I Wish“. Da haben die elf Musiker längst den Zustand erreicht, den man Flow nennt. Es fließt melodisch aus ihnen heraus.

Ganz vorne steht Nadin Albrecht, die vor drei Wochen an selbiger Stelle mit der Jamily heiße Weihnachten gefeiert hatte; und Alex Teubner aus Röthenbach an der Pegnitz, der Joe Cocker stimmlich und in seinen Bewegungen inzwischen supergut beherrscht. Beiden liegt der Soul in den Stimmbändern.

Als B.B. King rhetorisch „fragt“: „How blue can You get“, da gibt Peter Pelzner im Slow Blues die melodische Antwort. Dazu zaubert Ralf Heilmann hinter seiner Hammond-Orgel einen erotischen Sound, dass einem wiederum so richtig warm ums Herz wird.

Selten hat man mitten im Winter solch einen mitreißenden Stimmungsaufheller gehört. Ganz ohne Nebenwirkungen, wenn man einmal die ekstatischen Tanzschritte außer Acht lässt.

Udo Güldner

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