Kommentar: Die Fränkische Schweiz braucht mehr Züge

16.10.2020, 16:25 Uhr

© Edgar Pfrogner

Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, wie man den Individualverkehr in der Fränkischen Schweiz und hier vor allem auf der B 470, insbesondere durch Ebermannstadt, so steuern, ändern oder reduzieren könnte, dass er für die dort lebenden Menschen erträglich ist. Doch getan hat sich bisher nur wenig. Im Gegenteil, der Stau im Wiesenttal wird immer länger.

Der fortschreitende Klimawandel mit all seinen spürbaren Auswirkungen macht hier aber eine Lösung dringlicher denn je. Nicht erst in 30 Jahren, sondern so bald wie möglich. Dazu muss ein Anfang gewagt werden: Alle Untersuchungen zeigen, dass der öffentliche Nahverkehr nur dann angenommen wird, wenn der Takt kurz und regelmäßig und wenn das Ticket kostengünstig ist. Außerdem wird niemand umsteigen, wenn er für die Fahrt vom Wohnort zur Arbeitsstelle drei Mal so lang braucht wie mit dem Auto.

Daher sind möglichst kurze Anschlusszeiten in Forchheim an die Zugverbindungen in Richtung Nürnberg und Bamberg unerlässlich. Wollen die Politiker tatsächlich einen Wandel herbeiführen und die Menschen weg vom Auto hin zur Bahn (oder zum Bus) bringen, muss all dies erst einmal angeboten werden – und zwar über einen längeren Zeitraum, denn es dauert lange, bis Menschen ihre Gewohnheiten ändern.

Dass das Geld kostet, viel Geld sogar, ist ebenfalls bekannt. Doch auch der Bau von Umgehungsstraßen ist teuer, der Bau eines Tunnels, wie schon einmal für Ebermannstadt diskutiert, noch sehr viel teurer. Und geht der Klimawandel so weiter wie bisher, oder womöglich sogar noch viel rasanter, dann werden die Folgen dieser Entwicklung vielleicht gar nicht mehr bezahlbar, geschweige denn unumkehrbar sein.

Daher ist der Ansatz von Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer und ihren Kollegen der ILE-Kommunen richtig: Gemeinsam endlich den ersten Schritt machen, nur dann kann sich tatsächlich etwas bewegen.

maria.daeumler@pressenetz.de

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