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Lillachquelle: Touristen brauchen Parkplätze

Weißenoher Räte suchen nach einer Lösung für die Parkraumnot - 13.06.2020 16:00 Uhr

Das Baugebiet Webergarten gehört zu den neuesten Bauflächen in Weißenohe; derzeit werden Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt. Künftig will die Gemeinde noch mehr ihren Fokus auf die Innenentwicklung legen.

© Rolf Riedel


Ein Parksystem als ein System, das Autofahrern mit Hilfe von dynami-schen und statistischen Anzeigentafeln und Informationshinweisen zu einem freien Parkplatz leiten soll: Das ist in Weißenohe dringend notwendig, wenn die Besucherströme an den Wochenenden sich in Richtung Dorfhaus bewegen, um dort die Sinterstufen zu besuchen.

In der Sitzung schilderte Thomas Windisch (UWG) als Bewohner von Dorfhaus und damit auch selbst betroffen, drastisch, zu welchen katastrophalen Parkverhältnissen es kommen kann, wenn die Besucher keinen Platz finden, ihr Fahrzeug abzustellen. Auch nahezu alle seine Ratskollegen konnten in dieses Klagelied einstimmen, aber keiner konnte eine auch nur annähernde Lösung aufzeigen.

Auch Bürgermeister Rudolf Braun (WGA) hatte zur Vorbereitung der Sitzung keine praktikablen Lösungen anzubieten, die Anbringung automatischer, rechnerunterstützter elektronischer Anzeigentafeln, lässt sich schon aus kostentechnischer Sicht nicht verwirklichen, auch die dazu notwendigen Infrastruktureinrichtungen sind nicht vorhanden. Es gibt auch keine alternativen Parkflächen.

Thomas Windisch, der als Kreisbrandmeister bei Feuerwehreinsätzen sehr oft mit neugierigen Zuschauern konfrontiert ist, brachte die Frage auf, wie es denn dann mit der Durchsetzungsfähigkeit von Hinweisen bestellt sei. Ein auch nur annähernder Lösungsansatz konnte jedenfalls auch nach ausgiebiger Diskussion nicht gefunden werden, die Weißenoher werden sich mit dem Parkproblem noch länger zu beschäftigen haben.

Positives gab es zur Umgestaltung des Kinderspielplatzes in der Weiherstraße zu berichten. Durch den Aufbau von weiteren „Spielgeräten“, die auch von Senioren genutzt werden können, soll er zum „Mehrgenerationenbewegungspark“ aufgewertet werden. Bürgermeister Braun informierte über die geplanten Maßnahmen, eine Verlegung des Eingangs und eine Abzäunung zur Straße hin.

Dagegen wurde die formlose Bauvoranfrage zur Errichtung eines barrierefreien Einfamilienhauses im Baugebiet Webergarten 2 einstimmig abgelehnt, weil die Abgrabungen und Aufschüttungen bis zu einer Höhe von 2,70 Meter stattfinden hätten müssen, was wiederum für die nachbarliche Bebauung nicht zumutbar wäre.

Baulücken schließen

Die Gemeinde Weißenohe möchte zukünftig verstärkt Brachflächen und Baulücken zur Innenentwicklung nutzen. Zur Ermittlung von Baulandbedarf und Potenzial soll deshalb ein Innenentwicklungskonzept erstellt werden. Das bestehende Flächen- und Leerstandsmanagement soll weiterhin aktualisiert und fortgeführt werden. Das seit dem Jahr 2000 praktizierte Baulandmodell soll fortgeführt werden, die Revitalisierung des ehemaligen Benediktinerklosters und Umnutzung zu einem Chorzentrum steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie die städtebauliche Aufwertung des Umfeldes. Auch das kommunale Förderprogramm soll weiter verfolgt und die Ausübung von Vorkaufsrechten ausgeübt werden.

Die erstmalige Herstellung von Glasfaseranschlüssen bei Rathäusern wird vom Freistaat Bayern gefördert, wobei Zuwendungsempfänger sowohl Kommunen als auch Verwal-tungsgemeinschaften sein können. Die Förderhöhe beträgt maximal 20.000 Euro und der Fördersatz 90 Prozent.

Da die Verwaltungsgemeinschaft insgesamt drei Kommunen betreut und Nutznießer der Infrastrukturmaßnahme ist, sollte die Beauftragung des Glasfaserausbaues auch dort erfolgen. Die Gemeinde Weißenohe beschloss die Überlassung der Förderung von Glasfaseranschlüssen in Höhe bis zu 20.000 Euro an die Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg, die den weiteren Verfahrensablauf initiiert und weiterverfolgt.

Den Antrag des katholischen Pfarramts Weißenohe auf Bezuschussung des Übersteigschutzes im Kindergarten Weißenohe, sahen die Räte positiv: Hier wird man sich mit 400 Euro an dem etwa 1250 Euro teuren Objekt beteiligen, auch dem Bau eines Urnen-Erdgrabsystems auf dem neuen Friedhof in Weißenohe, ebenfalls vom Katholischen Pfarramt Weißenohe beantragt, steht man wohlwollend gegenüber. In Form von Kreisen, die um einen Mittelpunkt angeordnet sind, soll Platz für die Bestattung von Urnen geschaffen werden, weil entsprechend dem allgemein zu beobachtendem Trend die Urnenbestattung deutlich in der Zahl gegenüber Erdbestattungen zunimmt.

Von der Gemeinde Simmelsdorf wird die Gemeinde Weißenohe als Nachbargemeinde am Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplan „Buchenweg“ beteiligt, eine innerörtliche Bauflächenreserve, die aufgrund ihrer Nähe zum Bahnhaltepunkt Simmelsdorf besonders gut für die Ausweisung von Wohnbauflächen geeignet ist. Die Bauleitplanung wurde zur Kenntnis genommen, es bestehen keine Bedenken, da keine Auswirkungen auf die Gemeinde zu erwarten sind. Gleiches betrifft das Verfahren zur 3. Änderung des Flächennutzungsplans und Grünordnungsplan „Solarpark Judenhof“ der Gemeinde Simmelsdorf. Bedenken wurden keine erhoben.

Rolf Riedel

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