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Mein Thema 2020: Was Homeschooling für die Eltern im Landkreis Forchheim bedeutete

Corona-Pandemie und ihre Herausforderungen verlangt Familien so einiges ab - 30.12.2020 16:00 Uhr

Im März wurden Eltern zu Lehrerinnen und Lehrern: Mit dem Lockdown und dem damit verbundenen Homeschooling mussten vor allem die Mütter den Spagat zwischen Job, Familie, Haushalt und nun auch Lernen schaffen.

29.12.2020 © MDR Mitteldeutscher Rundfunk/obs


Ich glaube wirklich daran, dass wir Eltern diese besondere Zeit meistern werden. So, wie wir alles geschafft haben in diesem Jahr.

Vielleicht nicht immer so, wie wir uns das vorgenommen haben und sicher manchmal auch mit wachsender Verzweiflung. Vielleicht mit dem ein oder anderen grauen Haar mehr oder verbunden mit so manchem Konflikt, den wir miteinander, aber auch mit uns selbst ausgefochten haben. Aber wir haben es geschafft.

Und genau darum geht es mir in diesem sehr persönlichen Jahresrückblick: Trotz dieser Zeiten, die vor allem Familien so einiges abverlangen, den Optimismus nicht zu verlieren. Was wir in den letzten neun Monaten geleistet haben, das verdient Anerkennung. Vor allem unsere eigene. Wir alle sollten uns daher kräftig auf die Schulter klopfen.

Das begann schon im März, als aus uns quasi über Nacht neben unseren eigentlichen Berufen plötzlich Lehrerinnen und Lehrer wurden. Denn, und das soll kein Vorwurf in Richtung Schule sein, Konzepte, wie Lernen über die Distanz funktionieren kann, gab es nicht. Und diese ersten Wochen bis zu den Osterferien hatten es in sich. Da kamen täglich E-Mails unterschiedlicher Lehrer, wahlweise mit Aufgaben, Lösungen, Anleitungen oder auch Hinweisen für uns Eltern, wie wir mit dem Kind was am besten durchgehen.

Jana Schneeberg bleibt zuversichtlich.

29.12.2020 © Foto: Ralf Rödel


Ich gebe zu: Diese ersten Wochen haben mich an meine Grenzen gebracht. Ich wollte alles gut meistern: Im Job weiterhin meine Arbeit gut machen, den Haushalt am Laufen halten und natürlich den Kindern mit dem Schulstoff helfen. Dass ich darüber nicht verzweifelt bin, lag vor allem an meinem Mann, der mir mit abendlichen Spaziergängen (ohne Kinder) einen Ausgleich verschaffte, und an meinem Arbeitgeber, der mir in diesen ersten Wochen mit der Arbeitszeit entgegen kam. Ich konnte Überstunden und freie Tage abbauen sowie öfter sonntags arbeiten und hatte damit unter der Woche mehr Zeit für die Familie. Als Mutter von drei Kindern und als Redakteurin habe ich in diesem Corona-Jahr aber auch versucht, nah dran zu bleiben an den Familien und den Dingen, die sie beschäftigen.

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Ich erfuhr, dass viele Eltern versuchten, das Beste aus der Zeit zu machen und dass durch Corona wieder mehr Gemeinsamkeit möglich wurde. Das Thema Schule – mit all seinen nervenaufreibenden Seiten – sorgte auch dafür, dass Eltern wieder mehr in den Alltag ihrer Kinder eingebunden waren. Denn die erledigten ihre Unterrichts- und Hausaufgaben nicht extern, sondern am heimischen Schreibtisch. Und weil Treffen mit Familie und Freunden während des ersten Lockdowns kaum möglich waren, gingen nicht alle Familienmitglieder ihrer eigenen Wege – so wie es der Alltag eben mit sich bringt –, sondern gemeinsam Wandern, Radfahren oder Joggen.


Digitaler Unterricht: Verlorene Schüler-Generation oder Zukunftsmusik?


Ich erlebte aber auch, wie Eltern ihre Grenzen aufgezeigt wurden. Wie Mütter verzweifelten, weil sie neben der üblichen Belastung auch noch das Gefühl hatten, den Schulstoff nochmal durchzupauken. Wie Erzieherinnen sich in der Notbetreuung um Kinder anderer Familien kümmerten, während ihre eigenen von der Oma betreut wurden. Und wie Frauen in alte Rollenbilder zurückgeworfen wurden, weil ihre Männer den ganzen Tag in Telefonkonferenzen hingen oder gar nicht im Homeoffice arbeiten konnten und sie Kinderbetreuung, Schule und Haushalt alleine meistern mussten. Ich erfuhr, dass Krankheiten, die für Familien auch in "normalen" Zeiten schon eine Herausforderung darstellen, in Corona-Zeiten zum riesigen Problem wurden. Und auch, dass Kinder, die es sowieso nicht so leicht haben, in diesen Zeiten ohne Kinderbetreuung und Schule leicht durchs Raster rutschen.

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95 Personen wurden am ersten Tag, nachdem der Corona-Impfstoff im Landkreis Forchheim angekommen ist, geimpft. 70 davon waren die Bewohner und Mitarbeiter des Demenzzentrums Lindenhof in Unterleinleiter. Weitere 15 Personen kamen als Über-80-Jährige zum Termin ins Impfzentrum Forchheim. Schließlich wurden noch zehn Mitarbeiter des Klinikums Forchheim geimpft, die dort auf der Intensivstation arbeiten.


Jeder hat durch diese Pandemie sein Päckchen zu tragen. Das sollten wir uns vor Augen halten, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. In diesem Sinne hoffe ich, dass geteilte Freude sich verdoppelt, sobald wieder Normalität in unseren Alltag einziehen kann. Und ich hoffe, dass wir alle daran arbeiten, dass dieser Moment nicht mehr in allzu ferner Zukunft liegt.

JANA SCHNEEBERG

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