Donnerstag, 23.05.2019

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Michael Lane will sich als Singer/Songwriter etablieren

Musiker aus Dorfhaus startet nach dem Erfolg bei der Casting-Show "Voice of Germany" seine Solo-Karriere - Auftritt in Uttenreuth - 03.04.2013 18:00 Uhr

Er zeigt sich bereit für die Zeit nach „The Voice of Germany“: Michael Lane unterwegs in Erlangen. © Bernd Böhner


„Warum nicht Dorfhaus? Hier werde ich alt.“ Wie um das Bekenntnis zum kleinen fränkischen Dorf bei Weißenohe zu unterstreichen, zieht Michael Lane den Ärmel seines Shirts hoch und präsentiert ein schwungvolles Tattoo mit dem Namen seines Heimatorts. Dass es Menschen gibt, die glauben, ein Musiker, der gerade über die TV-Show „The Voice of Germany“ ein Millionenpublikum erreicht hat, müsse zwangsläufig in die Großstadt umziehen, kann er nicht nachvollziehen. „Ich fühle mich hier sehr, sehr wohl. Arbeiten kann ich überall.“

Derzeit spürt Lane im Alltag immer noch den „Voice-of-Germany“-Effekt. Auch in Franken: „Ich werde oft erkannt und angesprochen. Die meisten wollen ein Foto mit mir machen. Das ist schon in Ordnung“, meint Lane, der nun mit dem Schwung des Fernseherfolgs seinen Traum von einem Leben mit und von der Musik verwirklichen möchte.

So ganz glücklich ist der Deutsch-Amerikaner mit dem „Voice-of-Germany“-Stempel nicht. „Die Show sagt wenig darüber aus, wie ich bin. Das war eine Fernsehsendung, bei der die Zuschauer so gut wie nichts über die Personen, die da mitmachen, erfahren.“ Er selbst sieht sich eben nicht als Interpret bekannter Lieder, sondern als Singer/Songwriter, der seinen eigenen Weg gehen möchte.

„Meiner Leidenschaft folgen“

Jenseits der Erwartungshaltungen, die nach solch einem Erfolg von vielen Seiten an einen Künstler herangetragen werden. Lane, der zwar aus Franken stammt, seine Kindheit aber in den USA verbrachte und eigentlich in die alte Heimat zurückkehrte, um

hier als Krankenpfleger zu arbeiten, meint: „Ich habe immerhin durch die TV-Show das große Glück, meiner Leidenschaft folgen zu können. Was mich schon immer glücklich gemacht hat, ist die Musik. Andere Menschen arbeiten, um Geld zu verdienen.“ Die Liebe zur Musik hat Lane seit seiner Kindheit in sich. „Ich bin mit der Plattensammlung meiner Mutter groß geworden. Da waren Alben von R.E.M über Michael Jackson bis Pink Floyd dabei.“ Als er älter wurde, saß er stundenlang am Computer, um Songs entstehen zu lassen. „Anfangs habe ich daheim im Keller meist an Techno-Tracks gebastelt.“

Nach der Schule wusste er nicht so recht weiter. Lane ging zur US-Army. „Ich wollte etwas Neues erleben, eine Chance bekommen.“ Hier war die Musik stets eine Stütze. „Im Ausbildungslager war Musik verboten. Deshalb sang ich den anderen Soldaten einfach was vor.“ Es folgten Auslandseinsätze im Irak und in Afghanistan — und die Aufnahme in den Chor der US-Army. Lane lernte, vor großem Publikum aufzutreten. Dabei stand er auch als Solist im Rampenlicht.

Zu „Voice of Germany“ kam er per Zufall: „Ein Freund erzählt mir nach meiner Rückkehr nach Deutschland von der Show und wollte mich zum Casting fahren. Da er Geburtstag hatte, sagte ich zu, um ihm eine Freude zu machen.“ Danach ging es Schlag auf Schlag: Ein Vorsingen jagte das nächste — und am Ende stand Lane in einem Fernsehstudio und begeisterte die Jury. Als „Pate“ wählte er sich Xavier Naidoo aus.

„Auf dem Weg zur Show nach Berlin hatte ich im Auto einen Song von Xavier gehört. Das habe ich ein klein wenig als Wink des Schicksals angesehen.“ Zumal der Text durchaus passend war: „Dieser Weg wird kein leichter sein.“ Nun ist zumindest der „Voice of Germany“-Weg zu Ende.

Zur neuen Freiheit Lanes gehört, sich stilistisch nicht festzulegen. Zwar hat er für sein geplantes Solo-Album jede Menge gefühlvolle Songs aufgenommen, doch gibt es im Ordner seines Laptops eine ganze Reihe elektronischer Tracks. „Ich experimentiere gerne.“ Nach der Tournee mit den Final-Teilnehmern bastelte Lane in einer einsamen Hütte in den Alpen an der Solokarriere. Die Songs fürs Debüt-Album stehen, erste Auftritte sind gebucht. Nun kann der neue Weg, der wieder kein leichter sein wird, beginnen.

Karten für das Konzert im Schwarzen Adler in Uttenreuth am 14. April können per E-Mail an mikelanemusic@gmail.com reserviert werden. Karten für das Nürnberger Konzert gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

www.michaellanemusic.de 

VON S. MÖSSLER-RADEMACHER

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