"Mütter haben es verdient, verwöhnt zu werden"

7.5.2021, 15:50 Uhr
Muttertag

Muttertag © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Ist das in Zeiten von Gleichberechtigung eigentlich noch zeitgemäß oder eher ein Brauch von vorgestern, der nur dazu da ist, die Kassen der Blumenläden zu füllen? Wir fragten bei einigen Müttern im Landkreis nach, was sie davon halten.

Anja Gebhardt, Bürgermeisterin von Kirchehrenbach, 48 Jahre, zwei Töchter (27 und 29 Jahre): "Der Muttertag ist teilweise schon antiquiert und einen Blumenstrauß brauche ich nicht. Trotzdem finde den Tag immer ganz schön. Wir machen mit der ganzen Familie Brunch und ich genieße den Tag. Außerdem besuche ich meine alte Mutter und die freut sich darüber."

 

Stephanie Kaufmann

Stephanie Kaufmann © Foto: privat

Stephanie Kaufmann, Sozialpädagogin, 38 Jahre alt, drei Kinder (acht, sechs, vier Jahre): "In dem ganzen Corona-Stress mit Homeoffice und Homeschooling denkt man gerade nicht an solche Dinge wie den Muttertag. Grundsätzlich finde ich es aber eine sehr gute Sache, dass man den Muttertag eingeführt hat und auch, dass Kitas und Schulen den Kindern nahebringen, sich bei ihrer Mama zu bedanken – mit kleinen Bastelarbeiten oder einem Gedicht. Generell geht es da ja darum, auf andere Rücksicht zu nehmen, zu sehen, was der andere macht und sich dafür mal zu bedanken. Mein Ansatz: Nur durch einen wertschätzenden Umgang miteinander kann man gut miteinander leben. Am meisten freue ich mich an dem Tag über eine kleine selbst gemachte Aufmerksamkeit. Den Muttertag feiern wir nicht groß, wir backen einen Kuchen und nehmen uns bewusst Zeit füreinander. Außerdem fahren wir zur Oma, um auch ihr Danke zu sagen."

 

Annette Prechtel

Annette Prechtel © Foto: privat

Annette Prechtel, Diplom-Geoökologin, Geschäftsführerin, 3. Bürgermeisterin von Forchheim, 46 Jahre, drei Kinder (sechs, zehn, 16 Jahre alt): "Auf der persönlichen Ebene ist es natürlich schön, der eigenen Mutter an diesem Tag besonders zu danken oder von den Kindern verwöhnt zu werden. Mütter haben es absolut verdient, dass an einem Tag im Jahr besonders auf ihre Leistungen in der Fürsorge für ihre Kinder hingewiesen wird, dass die Gesellschaft das würdigt. Aber das sollte natürlich nicht mehr das alte Rollenbild bekräftigen, wonach für die Kinder eben die Mutter zuständig ist. Heute übernehmen immer häufiger – wenn auch noch nicht oft und ausgiebig genug – auch Väter diese Rolle, gleichberechtigt mit ihrer Partnerin, da wäre ein Elterntag zeitgemäßer."

 

Heike Wentzel

Heike Wentzel © Foto: privat

Heike Wentzel, Leiterin der Anna-Grundschule in Forchheim, 53 Jahre, fünf Kinder zwischen zwölf und 27 Jahre: "Privat kann ich auf den Muttertag verzichten, weil ich es für wenig sinnvoll halte, wenn die Mutter an einem Tag im Jahr aufs Podest gehoben wird, an den anderen Tagen aber die Wertschätzung für ihre Arbeit fehlt. Meinen Kindern sage ich, dass ich mich viel mehr freue, wenn sie mir unterm Jahr, wenn man gar nicht damit rechnet, eine Freude machen. Und in der Schule halte ich, wenn gerade Zeit ist, die Kinder an, doch einen netten Brief an ihre Mama oder Oma zu schreiben. Denn jeder Tag kann ein Muttertag sein und nicht nur, weil es gerade so im Kalender steht."

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