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Nach Corona-Absagen leerer Terminkalender? Wiesenttals Bürgermeister berichtet

Neue NN-Serie "Aus dem Nichts": Welche Auswirkungen hat die Pandemie? - 23.11.2020 06:57 Uhr

Wiesenttals Bürgermeister Marco Trautner.

22.11.2020 © Archivfoto: Ralf Rödel


"Mehr Freizeit? Nein, eher das Gegenteil", sagt Marco Trautner auf die Frage, ob die Corona-Einschränkungen für ihn mehr Freizeit bedeutet haben. Im Mai sei das tatsächlich noch so gewesen, aber mit den Lockerungen im Juni mussten viele zwangsweise verschobene Termine schnell nachgeholt werden.

Jagdversammlungen fielen ihm als erstes ein. Hier war er nach den Versammlungsvorgaben Interimsvorsitzender, weil die Amtsperioden im Frühjahr geendet hatten und keine Neuwahlen stattfinden konnten. Auch bei einer Reihe anderer wichtiger Vereinigungen in der Gemeinde waren Neuwahlen nachzuholen. "Es war nur ein kurzes Zeitfenster", erinnerte er sich, in dem – auch verspätet – Wahlen zu Ortssprechern und Ortsbeauftragten stattfinden mussten. Fünf solche Versammlungen führte er in kurzer Zeit durch.

Kein Aufschub geduldet

Keinen Aufschub duldeten auch die Bürgerinformationen zu den Wasserbaumaßnahmen in verschiedenen Ortsteilen. Die großen Arbeiten sollten unmittelbar beginnen. Da fiel es gar nicht ins Gewicht, dass es keine Feste mit vielen Besuchern gab, die Trautner eröffnen sollte.

Wenn es irgend ging, war er zum Abendessen bei der Familie, in der einen Stunde zwischen Dienstschluss im Rathaus und Beginn einer Veranstaltung, um gemeinsam über den Tag zu sprechen. Das ist ihm, seiner Frau und seinen zwei Kindern sehr wichtig. Wenn mal nichts mehr anstand, dann hat er mit den Töchtern gekocht oder Monopoly gespielt.

Wegen Corona schnelle Entscheidungen gefordert

Seit fast einem Monat fallen Veranstaltungen für ihn weg. Dennoch ist er nicht mehr zuhause: "Ich bin mehr in der Verwaltung." Vieles müsse wegen Corona recht schnell entschieden werden. "Es ist viel Arbeit im Hintergrund", sagte er.

Da sind zum einen viele Förderprogramme, bei denen er prüfen müsse, ob Wiesenttal etwas abgreifen könne. Zum Beispiel Lüftungsgeräte und CO²-Sensoren für Schulen. Die Vorgabe, dass vorrangig Räume ausgestattet werden, die keine zu öffnenden Fenster haben, musste Trautner mit der Schulleitung abklären, ebenso den Einsatz von digitalen Leihgeräten. "Und dann gab es noch eine Ergänzung und noch eine", erinnert er sich, wie komplex das Arbeiten unter Corona-Vorgaben wurde.

Corona-Fall kam dazwischen

Er habe weniger Zeit für die Familie, wenn er es mit seinem früheren Polizeidienst vergleicht. In den Allerheiligenferien hoffte er auf Zeit für Unternehmungen. Doch dann kam ein Corona-Fall dazwischen.

Seine ältere Tochter besucht die Realschule in Ebermannstadt. Dort mussten nach einem positiven Testergebnis einige Tage vor den Ferien alle für 14 Tage in Quarantäne und dann eine Woche in Homeschooling. "Da konnten wir natürlich auch nichts unternehmen." Er wünscht sich Normalität und die alten Abläufe zurück.

PAULINE LINDNER

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