Freitag, 26.02.2021

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Neue Veranstaltungsräume für Forchheim: Diese Halle ist im Gespräch

Für dieses Jahr ist eine Machbarkeitsstudie geplant - Umnutzung der Halle für 1,5 Millionen Euro? - 21.02.2021 07:57 Uhr

Diese Ansicht zeigt die freie Fläche zwischen der Käsröthe und der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Der Flachbau rechts ist die Soccerhalle, über den zurzeit gesprochen wird. Links ist das BRK Seniorenzentrum zu sehen. Der Blick geht Richtung Norden.

19.02.2021 © Foto: Anestis Aslanidis


Sicher ist: Die Kultur in der Stadt braucht Platz. Unsicher ist: Wo es den geben soll. Das zum Kulturhaus umgebaute Rathaus wird nicht vor 2024 fertig und das Kolpinghaus sehr wahrscheinlich auf Jahre in einer Generalsanierung stecken, ehe dort wieder der Bühnenvorhang aufgehen kann. Die Suche nach Alternativen läuft seit Monaten. Die SPD hat zwischenzeitlich einen Zeltbau vorgeschlagen, fand aber außerhalb der eigenen Partei dafür keine Fürsprecher. Nur schwer lasse sich ein solches Zelt heizen. Das vermiese nicht nur die finanzielle, sondern auch die Klimabilanz. Sicherheitskräfte müssten den Bau auch nachts im Auge behalten – teilte die Stadtverwaltung nach einer Prüfung der Idee mit (wir berichteten).

Schon damals aber hatte Kultur-Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) von einer möglichen "Interimslösung" gesprochen, die all die Zelt-Nachteile aufwiegen könnte. Bisher blieb die Stadt wie die Bürgermeisterin unkonkret, was sich dahinter verbirgt. Die Verhandlungen laufen, hieß es bisher. Spruchreif sei noch nichts.

Machbarkeitsstudie in diesem Jahr

2021 macht es konkreter. Für dieses Jahr plant die Stadt für eine Machbarkeitsstudie und die Umnutzung einer bestehenden Halle für Kulturveranstaltungen rund 1,5 Millionen Euro ein. Von einer so genannten "Machbarkeitsstudie Pechtold" ist die Rede. Dass es sich hierbei um die Halle von Ulrich Pechtold in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße handelt, scheint sicher. Neben einem Golf-Parcours im Außenbereich und einer Soccer-Halle bietet Pechtold Bowling an. Die Halle liegt verkehrsgünstig, in unmittelbarer Nähe zur bisherigen Jahn-Veranstaltungshalle. Diese wird bekanntlich abgerissen, um Platz für das neue Wohnquartier "Philosophenviertel" zu schaffen.

Ob die Pechtold-Halle tatsächlich zur kulturellen Interimslösung umgebaut wird, dass müssen erst noch weitere Gespräche zeigen. Lassen sich die noch offenen Punkte im Detail klären, ist die Stadt jedenfalls startbereit. Dafür sind die finanziellen Mittel reserviert. "Wenn das Provisorium zustande kommt, braucht man das Zelt nicht mehr", sagte der Leiter des Kulturamtes, Lorenz Deutsch. Er ist seit wenigen Wochen neu im Amt im neu geschaffenen Referat für Kultur und Gesellschaft. Es ist Ziel- und Startpunkt zugleich, um der Kultur in der Stadt einen höheren Stellenwert als bisher zu verschaffen.

40 000 Euro erhält Deutsch in seiner Funktion nun jährlich, um in seiner Funktion als Kulturamtsleiter selbst kulturelle Veranstaltungen planen zu können. Doch was lässt sich im zweiten Pandemie-Jahr überhaupt umsetzen?

Überall-Musik in diesem Jahr?

"Eine "coronakonforme Version des Überall-Musik-Festivals ist denkbar", sagt Deutsch. Bei dem Festival treten Bands auf mehreren im Stadtgebiet aufgebauten Bühnen auf. Man müsse dieses Jahr flexibel bleiben. Klar sei: "Sobald Veranstaltungen wieder möglich sind, werden kulturelle Akteure weit mehr Unterstützung brauchen als bisher, weil die Auflagen strenger werden", so Deutsch. Beispielsweise bei der Sicherheit und für die Kontaktnachverfolgung.

Der CSU waren zunächst 40 000 Euro zur freien Verfügung zu viel. "Wenn Sie ein konkretes Anliegen haben, werden wir auch für konkrete Projekte sicherlich schnell Gelder zur Verfügung stellen", sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Josua Flierl in Richtung Deutsch.

Kulturbürgermeisterin Prechtel warb daraufhin nochmals für ein "klares Bekenntnis zur Kultur" und deshalb für das Budget. "Wir haben einen Kulturentwicklungsplan aufgestellt, uns viel vorgenommen und deutlich gemacht, dass wir jetzt etwas gestalten wollen." Deutsch sprühe vor Ideen, die Summe halte sie nicht für zu groß, um Kulturangebote für Forchheim zu schaffen. Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) legte nochmal nach: "Diesen Spielraum sollten wir uns gönnen." Das Budget sei an den bisherigen Ausgaben für Kultur orientiert. Davon ließ sich schließlich die CSU überzeugen. Einstimmig genehmigten die Stadträte das Budget.

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