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Neuen Lesestoff entdecken: Das sind Bücherschränke im Kreis Forchheim

In den Dorfläden in Kunreuth und Muggendorf erfreuen sich Bücherschränke großer Beliebtheit - 16.04.2021 06:03 Uhr

Gleich nach dem Eingang des Dorfladens Kunreuth kann im Treppenhaus ausgiebig gestöbert und neuer Lesestoff mitgenommen werden. Die Idee dazu hatte Inhaberin Moni Drinndörfer nach einem Urlaub in Norwegen. Gestartet war sie mit einem Regal.

15.04.2021 © Foto: Roland Fengler


Alte Bücher im eigenen Regal aussortieren, sie zu einem Bücherschrank im Ort bringen und von dort neuen Lesestoff mitnehmen: Das ist die Idee der öffentlichen Bücherschränke, wie es sie zum Beispiel in Erlangen schon länger gibt. In seiner Gemeinderatssitzung hat Hausen beschlossen, so einen Bücherschrank aufzustellen. Die Initiative dazu geht auf einen Antrag der Grünen zurück. Ein weiterer Bücherschrank in Wimmelbach ist ebenfalls angedacht.

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Auf die NN-Berichterstattung über die geplanten Schränke folgten Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich so etwas auch in Forchheim, Ebermannstadt oder Poxdorf wünschen würden. Tatsächlich gibt es schon welche im Landkreis Forchheim, die durch persönliche Eigeninitiativen entstanden sind. Zum Beispiel im Dorfladen in Kunreuth. "Ich liebe es, dort zu stöbern und immer mal wieder was mitzunehmen oder abzustellen", sagt Lisa Doneff aus Weingarts.

Gedanke der Wiederverwendung

"Etliche Jahre haben wir den Bücherschrank schon. Ich kann schon gar nicht mehr sagen, seit wann genau", erzählt Monika Drinndörfer. Sie betreibt den Dorfladen in Kunreuth zusammen mit ihrem Mann Horst Drinndörfer seit 33 Jahren. Die Idee zum Bücherschrank hatte sie durch viele Urlaube in Norwegen: "Dort ist der Gedanke der Wiederverwendung viel gängiger als bei uns. Und ich bin selbst eine kleine Leseratte, ich fand die Idee super", sagt die 59-Jährige.

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Zurück aus dem Urlaub hat sie beschlossen, in ihrem Dorfladen ein Regal nach dem Eingang im Treppenhaus dem Büchertausch zu widmen und hat einige selbst aussortierte Bücher hineingestellt. Gestartet ist sie mit diesem einen Regal, inzwischen sind es vier Regale. Rasch sei aus der Idee ein Selbstläufer geworden.

"Am nächsten Tag war alles weg"

"Das Interesse für noch mehr wäre da, aber ich habe einfach keinen Platz mehr", sagt Moni Drinndörfer. Sowohl Einwohner, als auch Touristen nutzen das Angebot gerne: "Männer wie Frauen jeden Alters." Manche Stammleser kämen alle drei Wochen und verbinden den Einkauf damit, gemütlich nach Büchern zu stöbern. "Der Büchertausch funktioniert eben völlig unkompliziert und durch unsere Öffnungszeiten ist er zu guten Zeiten zugänglich."

Im Dorfladen in Kunreuth wird gerne in den inzwischen vier Bücherregalen gestöbert.

15.04.2021 © Roland Fengler


"Manchmal bringt jemand eine Tasche voller Bücher vorbei und ich denke noch, wie bringe ich die alle unter? Und am nächsten Tag ist schon fast alles weg." Aktuell sei leichter Lesestoff besonders beliebt. "Liebesromane, historische Romane und Krimis werden gern gelesen und Kinderbücher sowieso, die sind immer sofort weg", berichtet die 59-Jährige.

Zeitschriften und Groschenromane kommen nicht ins Regal

Manches kommt ihr aber nicht ins Regal: "Zeitschriften und Groschenromane nehmen wir nicht an. Und wenn ein Buch mal in einem ganz schlechten oder unsauberen Zustand ist, sortiere ich es aus." Schließlich soll das Angebot ansprechend bleiben. Dafür reinigt die 59-Jährige die Bücherschränke auch regelmäßig. "Im Treppenhaus nach der Eingangstür staubt eben auch alles schnell voll." Sortiert werden die Bücher nicht: "Damit käme ich nicht hinterher und so lädt das Angebot auch zum Stöbern ein", sagt sie.

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Auch im Dorfladen in Muggendorf können Bücher mitgenommen werden: "Tolle Idee, bei uns gibt es das auch in unserem Dorfladen und wird gut genutzt", schreibt eine Leserin. Auch dieses Angebot wird gern genutzt – was Anja Bartsch, Marktleiterin des Genossenschaftsladens und Wolfgang Rieger, Vorstand der Genossenschaft freut.

"Die Menschen bringen übrige Bücher vorbei. Wer einkauft, kann ein Buch kaufen, für einen Beitrag von 1,50 Euro, was dem Laden zugute kommt", erklärt Wolfgang Rieger. Viele Touristen nutzten das Angebot gerne und deckten sich mit Lesestoff für die freie Zeit ein – aktuell sei in Corona-Zeiten mit Reisebeschränkungen weniger los. Aber regelmäßig bringen Einheimische immer wieder einen Schwung Bücher vorbei und in der Bücherecke wird gerne gestöbert. Dabei findet sich alles querbeet: "Besonders Romane und Unterhaltungsliteratur sind beliebt."

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