Dienstag, 20.10.2020

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Neunkirchen: Furios durch die ersten Monate

Bürgermeister Martin Walz hat schon viel bewegt: Grundschulstandort, Badebetrieb und neun neue Mitarbeiter - 31.08.2020 06:00 Uhr

Freibadbesuche sind bei Martin Walz‘ Arbeitspensum fast nur noch dienstlich. Dennoch ist er stolz darauf, dass man – trotz Corona und den geltenden Hygieneregelungen – eine gute Lösung für den Badebetrieb in Neunkirchen gefunden hat.

© Foto: Pauline Lindner


Von Marathonaufgaben spricht er, aber auch von Stolz. Weil es ihm gelungen ist, noch vor der Sommerpause die zwei ihm so wichtigen Themen entscheidend voranzubringen. "Und viele Kleinigkeiten wie eine Lösung für die Fertigstellung der Ermreuther Hauptstraße, für die Sanierung des dortigen Kindergartens und die neue Kita an der Nürnberger Straße", ergänzt er.

Tragbare Lösung gefunden

Eine unerwartete Herausforderung, so sagt er beim Gespräch über seine ersten 100 Tage im Amt, war es, eine Lösung für den Badebetrieb im Freibad zu finden. "Wir mussten die Vorgaben mit Vernunft in Einklang bringen. Da mussten wir viel Arbeit reinstecken." Die Neunkirchner Lösung scheint zu tragen; die Besucherzahlen liegen nicht wesentlich unter denen vergangener Jahre. Wäre nicht die Maskenpflicht im Eingangsbereich, spürten die meisten Badegäste die Einschränkungen kaum, da nur wenige Sperrbänder die Wege ins Wasser kanalisieren.

"Corona war aber nicht mein Hauptthema", fährt der 38-Jährige fort. Wie schon im Wahlkampf angekündigt, ging er forciert daran, die Verwaltung zu stärken. Als früherer Personalchef der Sparkasse Erlangen war ihm von vorneherein klar, dass Neunkirchens Kommunalverwaltung personell unterbesetzt sei. Es dauerte zwangsläufig lange bis zu lange, dass Ratsbeschlüsse umgesetzt werden konnten.

Personal aufgestockt

"Nur mit mehr Leuten ist es zu schaffen, dass das vorhandene Personal seinen Job gut machen kann", das hat Walz seine frühere Aufgabe gelehrt. Im Bauhof sind zwölf Stellen ausgewiesen; von denen waren bislang nur acht besetzt. "Jetzt haben wir vier neue Mitarbeiter, die die vorhandenen Stellen auffüllen", betont Martin Walz.

Zu schaffen war dieses Pensum an Entscheidungen nur, weil der Marktgemeinderat "konstruktive Beschlüsse über Fraktionsgrenzen hinweg fasste". Es ist Walz "unglaublich wichtig", dass man weiterhin sachorientiert zusammenarbeite. Da musste er sich aber auch schon der Mehrheit beugen. Als Beispiel nennt er die Debatte um den Bebauungsplan für ein leeres Hinterliegergrundstück an der Forchheimer Straße. Da hatte er selbst etliche Einwände, die Mehrheit entschied aber anders.

Geklappt hat es mit dem ehrgeizigen Zeitfenster wohl nur, weil die Beschlüsse, vor allem zur Grundschule, mit viel Engagement vorbereitet wurden. Walz erinnert an die sechs Wochen, in denen sich wöchentlich viele Beteiligte – "auch die Ehrenamtlichen", fügt Walz ein – zu einem Jour Fixe zusammengesetzt haben, um alle Aspekte des pädagogischen Konzepts "kooperativer Ganztag" zu beleuchten und zu diskutieren.

"Es war mir wichtig, dass wir hier weiterkommen", sagt er. Denn nach diesen entscheidenden Weichenstellungen können Planer beauftragt werden, konkrete Pläne für den Standort am Deerljiker Platz zu erstellen, die die örtlichen Gegebenheiten und die Bedürfnisse des pädagogischen Konzepts aufgreifen und sozusagen in Quadratmeter umsetzen.

"100 Tage, spannende Tage" würde Walz als Überschrift wählen. Kaum ein Job sei so abwechslungsreich wie der eines Bürgermeisters. "Es macht wirklich Spaß. Nicht dass ich vorher keinen guten Job hatte, aber jetzt macht es noch mehr Spaß."

An Ideen scheint es ihm nicht zu mangeln. Kaum waren die angestrebten Ratsbeschlüsse gefallen, ging er massiv daran die Außenwirkung der Kommune "aufzubauen". So entstanden kurze Videos zur Arbeit des Gemeinderats und eine neue Rubrik im Amtsblatt. Dort wird kurz und ohne Amtsdeutsch-Allüren erklärt, was der Rat beschlossen hat und was in nächster Zeit geschieht. Und worauf sich dabei der Bürger eventuell einrichten muss. Die Sitzungsberichte in bisheriger Form bleiben aber, denn etliche Beschlüsse wie Bebauungspläne müssen so veröffentlicht werden, um wirksam zu werden.

PAULINE LINDNER

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