Samstag, 23.01.2021

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Pinzbergs Bürgermeisterin überrascht Senioren mit Aktion

"Ältere Leute würdigen und ihnen zeigen, dass wir für sie da sind" - 20.12.2020 19:28 Uhr

Erich Langenfelder war überrascht, als es an der Türe klingelte und Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein (rechts) davor stand. Mit einem Geschenk.

20.12.2020 © Foto: Stefan Braun


Erich Langenfelder (71) steht an seiner Haustüre und schaut zunächst etwas überrascht. "Ist das der Ersatz für den ausgefallenen Seniorennachmittag in der Adventszeit?", möchte der rüstige Rentner, der selbst mehrere Wahlperioden im Gemeinderat saß, von Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein wissen. Diese hatte ein weihnachtliches Geschenk in der Hand und bejahte die Frage.

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"Wir können heuer keinen Seniorennachmittag ausrichten, wollen aber unsere älteren Leute würdigen und ihnen zeigen, dass wir für sie da sind", betonte Simmerlein. Schmunzelnd fügt sie auf die Frage von Langenfelder, wer denn alles ein Geschenk bekomme, hinzu: "Jeder der ein Geschenk bekommt, darf sich auch als Senior fühlen. Genau diese Gruppe wollen wir in der schwierigen und teils einsamen Pandemie-Zeit erreichen und eine kleine Freude bereiten."

Masken und Fahrdienste

Die Gemeinde hatte vom Landratsamt eine monetäre Unterstützung bekommen, anhand der sie speziell für ältere Bürger Schutzmasken besorgen oder auch Fahrdienste organisieren kann. Bürgermeisterin, Gemeindemitarbeiter und auch einige Gemeinderäte besuchten oder besuchen noch in den nächsten Tagen anhand von Listen Senioren in Pinzberg und den Ortsteilen und überbrachten neben den Masken auch Süßigkeiten und jeweils einen Gutschein einer lokalen Bäckereikette.

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Bei Hans Langenfelder kam die Aktion sehr gut an. Er freute sich sichtlich über den Besuch seiner Bürgermeisterin und die kleine Aufmerksamkeit, bedauert aber schon ein wenig den ausgefallenen Seniorennachmittag. "Denn das wäre für die Bürgermeisterin eine gute Gelegenheit gewesen, sich den Senioren zu präsentieren." Er selbst hätte allerdings gefehlt: "In anderen Jahren besuchen wir zahlreiche Weihnachtsmärkte in Bayern und auch Hessen. Für dieses Jahr hatten wir sogar eine Flusskreuzfahrt geplant und wären gar nicht zuhause gewesen, das ist nun alles ins Wasser gefallen."

An Senioren, "die wir vergessen haben" wendet sich die Bürgermeisterin mit dem Appell, sich bei der Gemeinde zu melden, denn "unser System ist nicht frei von Fehlern", sagt sie. Die kleinen Geschenke werden dann nachträglich vorbei gebracht, verspricht Elisabeth Simmerlein.

STEFAN BRAUN

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