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Donnerstag, 25.02.2021

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Planungen zum Umbau des Forchheimer Tierheims verzögern sich

Größere Hundezwinger notwendig - Wegen Corona gibt es veränderte Arbeitsabläufe im Tierheim - 25.01.2021 15:54 Uhr

Das Forchheimer Tierheim muss einige Umbauten vornehmen, um die Vorlagen der Tierhaltung zu erfüllen. Die Planung eines Neubaus wurde aber verworfen. Und derzeit gelten wegen Corona veränderte Arbeitsabläufe.

24.01.2021


Ursprünglich hatte das Tierheim Forchheim einmal einen Neubau planen wollen, mit Baubeginn 2020 (wir berichteten). Denn die Auflagen der Tierhaltung haben sich geändert. Die sechs Außenzwinger entsprechen nicht der Hundehaltungsverordnung – sie sind schlichtweg zu klein. Zudem sind Kranken- und Quarantäneboxen nicht ausreichend vorhanden.

Nach Gesprächen mit anderen Tierheimen und Experten des Tierschutzbundes wurde klar: "Das können wir uns gar nicht leisten", sagt Marianne Wende, Leiterin des Tierheims. Denn zusätzlich zu den Kosten für den Bau selbst hätte eine Erweiterung der Anlage auch höhere Folgekosten bedeutet.

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Sie alle sind auf der Suche nach einer neuen Heimat: Viele Fund- und Abgabetiere warten im Tierheim Forchheim auf ein neues Frauchen oder Herrchen. Weitere Infos unter www.tierheim-forchheim.de oder telefonisch (09191) 66368.


Der letzte Stand der Planungen: Sechs Außenzwinger sollten neu gebaut, fünf bestehende winterfest gemacht werden, einige Katzenzimmer und die Krankenstation sollten renoviert und Reparaturen im Gebäude durchgeführt werden. Kostenpunkt: 400 000 Euro.

"Mit einigen kleineren Renovierungsarbeiten haben wir bereits begonnen, der Rest der Planungen ist derzeit sozusagen auf Schnee gelegt", erklärt Marianne Wende auf NN-Nachfrage. Nächste Woche will sie mit dem Sicherheitsbeauftragten und einem Architekten sprechen. "Wir knabbern daran, eine sinnvolle, gut umsetzbare Lösung mit unserer finanziellen und personellen Infrastruktur zu finden", sagt sie.

Keine Hundeschule, kein Trödel

Einen Teil der Summe für die notwendigen Umbauten will das Tierheim aus Rücklagen selbst aufbringen. Eine Teilförderung im Bereich Katzen sei bereits beantragt, zudem hofft die Leiterin auf weitere Fördergelder. Das bayerische Umweltministerium will Bau- und Sanierungsvorhaben von Tierheimen mit finanziellen Hilfen unterstützen.

Und dann ist da noch Corona. Die Pandemie mit Vorgaben der Regierung und allgemeinen Beschränkungen hat Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe. Immer wieder seien Anpassungen notwendig.

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Seit dem 16. November ist das Forchheimer Tierheim für Besucher geschlossen. Neben den Auflagen bezüglich Kontaktvermeidung müssen auch Hygienevorgaben umgesetzt werden. Zunächst waren die Aktivitäten der Hundeschule unter Einschränkungen noch möglich. "Mit dem harten Lockdown finden weder die Hundeschule noch unser Trödel statt", teilt Wende mit.

"Personell an unterster Grenze"

"Innen wäre das Abstandeinhalten schwer und die Leute im Winter draußen in der Kälte warten zu lassen, hätten wir auch nicht gut gefunden", sagt die Tierheim-Leiterin. Derzeit kann also nichts verkauft werden – und es können auch keine Waren für den monatlichen Trödelmarkt angenommen werden.

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"Wir arbeiten aktuell personell an der untersten Grenze. Wir sind nur zu zweit oder zu dritt im Tierheim", erzählt Wende. Verwaltungsarbeiten werden im Homeoffice erledigt. Mit den Hunden spazieren zu gehen, damit sie genügend Auslauf haben, das übernehmen die Mitarbeiter und langjährige Ehrenamtliche. "Wir haben Kontakte auch konsequent minimiert. Mal sehen, wie es weitergeht", so Wende.

Mit Terminvereinbarung

Tiere werden aber weiterhin vermittelt. Aktuell leben viele Katzen, Hunde, ein Wellensittich und zwei Hamster im Tierheim, die auf ein neues Zuhause hoffen. Zuletzt kamen schon allein zwölf Katzen aus einem Haushalt neu ins Tierheim.

"Wenn sich Interessenten bei uns melden, klären wir vieles telefonisch und vereinbaren dann individuell Termine mit zeitlichem Abstand zueinander", erklärt sie.

Eingewöhnen dank Homeoffice

Seit Corona gibt es eine weitere Veränderung: "Wir merken, dass sich das Thema Homeoffice auswirkt", sagt Wende. Die Menschen seien mehr zu Hause und könnten so ihrem neuen Hund helfen, sich einzugewöhnen. Der Vorteil: Wenn dann der Normalbetrieb mit Büropräsenz wieder losgeht, ist das Tier bereits an das neue Heim gewöhnt.

"Wir appellieren immer, sich die Entscheidung für ein Haustier gut zu überlegen", betont Wende. Falls das Herrchen oder Frauchen bald wieder kaum zu Hause ist und das Tier schließlich zurück ins Tierheim gebracht werde – damit sei niemandem geholfen.

Wer Spenden wie Decken, Handtücher oder Bettwäsche abgeben möchte, kann sich beim Tierheim melden, unter der Telefonnummer (0 91 91) 6 63 68. Eine kontaktlose Übergabe ist möglich.

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