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Rathaus und Sportzentrum Hausen: Sechs waren dagegen

Die Pläne für die Umgestaltung gefielen nicht allen im Gemeinderat. - 10.12.2020 08:18 Uhr

Das alte Gemeinde- und Sportzentrum in Hausen wird sein Gesicht verändern: Geplant sind eine Außenbewirtschaftung und ein Ausstellungsraum. Die alte Kegelbahn hingegen hat in dem Gebäude keine Zukunft.

09.12.2020 © Foto: Edgar Pfrogner


Nach Bekanntwerden des Ergebnisses, zeigte sich Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) enttäuscht darüber, dass eine ganze Reihe an Gemeinderäten – wie er fand – wegen Kleinigkeiten gegen die vorgelegten Um- und Teilneubaupläne des Gemeinde- und Sportzentrums gestimmt hatten. Mit 11:6 wurden die elf Beschlüsse zu diesem Tagesordnungspunkt dennoch im Block positiv beschieden. UWG und Grüne stimmten gegen die Beschlussempfehlungen.

Aus für die Kegelbahn

Zuvor hatten das mit der Planung beauftragte Architekturbüro nebst Küchenplaner die neueste Ideensammlung vorgestellt. Bei der am Ende beschlossenen Variante soll etwa in der Unterkellerung des Rathauses ein abgeschlossener Vereinsbereich entstehen, indem beispielsweise der Sportverein mit einem Büro mit Nebenraum, Umkleiden und Duschen eine "Bleibe" finden kann. Änderungen soll es auch in der Sportgaststätte geben: Das bisher in der Gaststätte angesiedelte "kleine Vereinsnebenzimmer" soll aufgelöst werden. Die Wirtschaft soll neben dem Hauptgastraum einen Nebenraum für interne Feiern und Veranstaltungen bekommen. Das Nebenzimmer soll auf der Westseite des Gebäudes zur neugeplanten Terrasse hin entstehen, welche eine Außenbewirtschaftung ermöglichen soll.

Ein Wermutstropfen: Die hohen gesetzlichen Anforderungen an neue Gastronomieräume führen dazu, dass die alte Kegelbahn nicht – wie anfänglich angedacht – verkleinert wird, sondern komplett weichen muss. Dort wo die Sportkegelanlage war, sollen zukünftig Kühlräume für die neue Gastronomie und die gemeindliche Registratur entstehen.

Der Baumbestand im Außenbereich soll in den geplanten Biergarten integriert werden; die alten Garagen sollen abgerissen werden. Neue Räumlichkeiten werden für die Warenanlieferung der Gastronomie und für die Warenzwischenlagerung entstehen. Die "reine" Küchenfläche soll nur 47 Quadratmeter betragen.

In der Gastrozone sollen Ausgabestellen für Warm- und Kaltspeisen geschaffen werden sowie für eine Bankettküche, die unter anderem für die Bewirtschaftung der Mehrzweckhalle bei Veranstaltungen genutzt werden können. Außerdem muss nach den gesetzlichen Vorgaben eine bauliche Trennung zwischen der Speisenausgabe und der Geschirrrückgabe erfolgen; deswegen entsteht auch hierfür ein eigener Raum. Dort soll das zurückgebrachte Geschirr gespült werden. Von der Küche aus sollen Speisen in Wärmeboxen per Aufzug nach oben zur Mehrzweckhalle gebracht werden.

Heizen von oben

Geheizt werden soll in der Halle über Deckenstrahlplatten. Ein Raum in der Nähe des Bühnenbereichs soll ausgebaut und als Teamraum für Besprechungen und eventuell als Jugendtreff genutzt werden. Für das Rathaus ist im Eingangsbereich ein überdimensionaler, gläserner Ausstellungsraum geplant. Dort soll die sehenswerte Spitzwegkrippe der Familie Schrüfer aus Wimmelbach einen neuen Standort finden.

Doch was waren die Beweggründe, warum einige Gemeinderäte gegen die vorgelegten Planungen gestimmt haben? Von Seiten der UWG war es unter anderem die Standortfrage: Man hätte seitens der Gruppierung gerne Alternativstandorte diskutiert; außerdem votierte man für den Erhalt der Kegelbahn und bemängelte, dass man über etwas abstimmen müsse, wofür noch keine Kostenschätzungen vorliegen würden. Die UWG hätte den Küchenbereich außerdem gern deutlich kleiner gesehen. Eine noch kleinere Gastwirtschaft mit Küche sei aber alleine wegen der gesetzlichen Vorgaben nicht möglich, erklärte der anwesende Küchenplaner.

Es wurde also die Grundsatzfrage in den Raum gestellt, ob man überhaupt so einen großen Gastronomiebetrieb implementieren soll. Die Gastronomie sei – insbesondere wenn man nach Heroldsbach sehe – ohnehin am absteigenden Ast, so Roland Garcon (UWG).

Grobe Kostenschätzung folgt

Von den Grünen wurde die Frage aufgeworfen, ob die Gemeinde zu den vorhandenen Gastronomiebetrieben überhaupt in Konkurrenz treten dürfe. Schließlich habe man in Hausen ausreichend Lokalitäten, fand Kristina Lindner (Grüne). Der Küchenplaner sah dies erfahrungsgemäß anders: Hausen würde schon noch mehr Gastronomie vertragen, so seine Auffassung. Die CSU-Gemeinderätin Corinna Grimm, hatte sich am Ende auf einen Standpunkt festgelegt: "Ich will den Komplex mit Leben erfüllen."

Nach den nun getroffenen Grundsatzentscheidungen könne man jetzt weiter planen, hieß es als Fazit. Es soll auch zeitnah eine erste, grobe Kostenschätzung für das Projekt auf Grundlage der gefassten Beschlüsse vorgelegt werden.

ALEXANDER HITSCHFEL E-Mail

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