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Rewe will sich in Pautzfeld ansiedeln

Bürgerversammlung: Supermarktpläne werden nicht von allen begrüßt - 08.02.2017 12:00 Uhr

Hier könnte der neue Rewe-Supermarkt entstehen. Gunselmann begrüßt ihn, manche Bürger sind skeptisch. © Foto: Regner


„An diesem Knotenpunkt besteht höchste Frequenz, rund 8000 Fahrzeuge täglich“, erklärte Bürgermeister Torsten Gunselmann zu dem angepeilten Gelände zwischen Pautzfeld und dem Liapor-Werk, auf dem ein Supermarkt entstehen könnte. Der Standort sei ideal, um die Nahversorgung mit Lebensmitteln langfristig sicherzustellen. Falls sich auch ein Gastronomiebetrieb dort niederlassen würde, könnte dieser einen Mittagstisch für die Beschäftigten im nahen Schlammersdorfer Gewerbegebiet anbieten. Ein Ladengebäude könnte außerdem einen „Schall- und Immissionsschutz-Riegel“ zwischen der Staatsstraße und der Ortschaft darstellen.

Im Bereich Lebensmittel und Drogerie würden derzeit noch rund zehn Millionen Euro Kaufkraft pro Jahr aus Hallerndorf abfließen, so Gunselmann. Alle bisherigen Bemühungen, an einem anderen Standort in der Gemeinde einen Supermarkt anzusiedeln, etwa im Hauptort Hallerndorf, seien gescheitert. Stattdessen hätten alle Interessenten, aktuell die Rewe-Gruppe, Pautzfeld als attraktivsten Standort bestätigt. Die Erlanger Firma „Sontowski & Partner“ sei schon damit beschäftigt, Grundstücke für das Projekt zu sichern. „Von einer Realisierung sind wir noch weit entfernt“, aber „so weit, wie wir jetzt sind, waren wir noch nie“, meinte der Bürgermeister.

Thomas Bauer (WG Pautzfeld) sah das Projekt kritisch: Das Landratsamt habe ihm auf Nachfrage mitgeteilt, dass der Standort „unpraktisch“ und Pautzfeld bereits „bestens versorgt“ sei. Der geringe Abstand des Supermarkts zum Industriegebiet werde automatisch zu Konflikten führen. Außerdem befürchtete Bauer, dass der Verkehr durch die Ortschaft zunimmt, wenn der neue Laden auch Kundschaft aus Buckenhofen anlockt.

Eine Bürgerin wollte wissen, ob eine Tankstelle und eine spätere Vergrößerung der Verkaufsflächen geplant seien. Der Bürgermeister verneinte: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“ „Ich frage mich, ob wir das wirklich brauchen“, meinte ein Mann im Publikum, der am Schluss viel Applaus erhielt. Die Lärmbelastung für die Anwohner werde durch den Kundenverkehr auf dem Supermarkt-Parkplatz wohl eher steigen und man solle nicht, wie überall sonst in Bayern, jede Fläche zubetonieren.

Torsten Gunselmann versprach am Schluss der Debatte: „Wir nehmen die Anregungen mit.“ Eine bei ihm bereits eingegangene Unterschriftenliste gegen den Supermarkt-Plan werde vor einer Entscheidung im Gemeinderat besprochen.

 

MARTIN REGNER E-Mail

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