So will Pretzfeld für mehr Leben in den Ortskernen sorgen

12.6.2021, 17:38 Uhr
Sie ist mitten im Ort und soll aufgewertet werden: die Judengasse in Pretzfeld. Die Gemeinde will erst die Ortskerne entwickeln, bevor der Außenbereich an der Reihe ist.

Sie ist mitten im Ort und soll aufgewertet werden: die Judengasse in Pretzfeld. Die Gemeinde will erst die Ortskerne entwickeln, bevor der Außenbereich an der Reihe ist.

Aus dem Jahr 1998 stammt der Antrag des Gemeinderats an die oberfränkische Regierung, den Ortskern zu verbessern. Städtebauliche Verbesserungen sind auch in den Ortsteilen geplant. Bisher sei wenig passiert, fasste der beauftragte Stadtplaner Thomas Rosemann vom Nürnberger Ingenieurbüro Topos zusammen. Er stellte in der Gemeinderatssitzung die von der Regierung geforderten Neuentwürfe vor.

Dabei verwies der Diplom-Geograph darauf, dass das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) in Zusammenarbeit mit Verwaltung und Bürgerschaft erstellt wurde. Herausgekommen ist ein Konzept zur Aktivierung vorhandener Innenentwicklungspotentiale. 

Damit es bei dem Ziel - Baulücken schließen, Leerstände beseitigen, den Verkehr zu verbessern (ohne neue Straßen zu bauen) - nicht bei "Lippenbekenntnissen" bleibe, sei heute der Beschluss zu fassen, die Sanierungs- und Entwicklungsziele der nächsten 15 Jahre festzulegen. Dem folgte das Gremium mit 14:0.

Davon profitieren auch die Anlieger in Pretzfeld

Mit den verschärften Richtlinien ist eine Aufstockung der Fördermittel um 20 auf 80 Prozent verbunden. Davon profitierten auch die Anlieger, machte der Planer deutlich und setzte hinzu, jedes Jahr und je nach Kassenlage läge es in den Händen der Gemeinderäte, über die Höhe des gemeindlichen Einsatzes und der Reihenfolge der Sanierungen zu entscheiden.

Aufgefordert war der Rat zudem, sich selbst daran zu binden, der Innenentwicklung den Vorrang vor der Außenentwicklung der Orte zu geben. Auch zu dieser von der Regierung des Freistaats beabsichtigten "Flächensparoffensive" fiel die Zustimmung einhellig.

Im Flächennutzungsplan der Gemeinde seien zwölf Hektar (270 Grundstücke) als Wohnbaufläche dargestellt. Dabei deckten nach Ermittlungen des Topos-Planungsteams 140 Wohnungen auf fünf Hektar Grund den Bedarf bis 2037. Die Gretchenfrage sei dabei – gleich wie bei der ermittelten Gewerbefläche (ein Hektar) – ob Privatbesitzer zum Verkauf bereit seien. "Ich befürchte, dass hier wie da nichts zu bekommen ist", sagte Rosemann. "Klinkenputzen" sei angesagt.

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