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Sommer daheim: Naturbadesee Heiligenstadt lohnt sich nicht nur für Familien

In unserer Serie stellen wir Freibäder und Badeplätze in der Region vor - 07.08.2020 19:10 Uhr

Der Heiligenstädter See mit seinen über 4000 Quadratmetern Wasserfläche Norden des Hauptortes bietet Badespaß in der Natur.

© NN


"In diesem Jahr haben wir uns mit der Befüllung Zeit gelassen. Aufgrund der Corona-Krise durften ohnehin keine Leute kommen", erinnert sich Bürgermeister Stefan Reichold an die ersten zum Baden geeigneten Tage in diesem Jahr.

Das hat sich mittlerweile stark geändert: Der See, der nicht von der Leinleiter, sondern vom Tölzbach gespeist wird, erfreut sich großer Beliebtheit, "denn die Leute bleiben heuer im Urlaub oftmals zu Hause und suchen die Erholung vor Ort", so Reichold. Verzichten müssen die Besucher auf den Komfort eines Freibades, dafür baden sie in einem Naturbadesee.

Besucherzahl im fünfstelligen Bereich

Gastronomie und Sanitäranlagen sind – vorerst – nicht vorhanden, dennoch kommen die Gäste, und das nicht nur aus der näheren Umgebung. Die Besucherzahl, die alljährlich nur geschätzt wird, sollte wohl auch 2020 wieder im fünfstelligen Bereich liegen. "Feste Sanitäranlagen stehen auf unserer Agenda", informiert der Bürgermeister, "da muss etwas passieren, auch im Interesse unserer Gäste die auf dem Wohnmobilstellplatz übernachten". Die Stellplätze befinden sich auf dem unmittelbar neben dem See gelegenen Helmut-Breckner-Parkplatz.

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Zukunftsmusik ist hingegen die Ansiedlung von Gastronomie. "Da ist vorerst nichts geplant, es ist ja auch ein Naturbadesee", sagt Reichold. Die vorhandene Gastronomie im Ortszentrum ist über einen Fußweg entlang der Leinleiter nach 300 Metern gut zu erreichen. Der See selbst ist Bestandteil eines ganzen Freizeitgeländes, zu dem neben einem Spielplatz auch eine Kneippanlage gehört. Der unmittelbar daran vorbeiführende Radweg und ein Fernwanderweg sorgen für die entsprechende Frequenz.

Probleme mit Wasserpflanze

Errichtet wurde der See anlässlich der Bayerischen Dorfkulturtage 1999 in Heiligenstadt. "Die Flurbereinigung wollte seinerzeit etwas Bleibendes schaffen", erinnert sich der damalige Bürgermeister Helmut Krämer. Der See kam zunächst gut an, doch dann traten Probleme mit einer Wasserpflanze auf, deren Vorkommen zwar Anzeichen für eine sehr gute Wasserqualität ist, "die aber auch sehr schnell wuchs", so Krämer. Der See in der damaligen Form wurde vernachlässigt, es folgte eine angeregte politische Diskussion in der Marktgemeinde.

Doch Das Gewässer konnte gerettet werden und wurde im Rahmen des EU-finanzierten "Leader"-Projektes neu konzipiert und mit weiteren Pflanzen renaturiert. "Der Aufwand lohnt sich, wir haben eine ausgezeichnete Wasserqualität", sagt der Alt-Bürgermeister. Auch der jetzige Steg, der in den Schwimmerbereich führt, wurde im Rahmen der Neuanlage errichtet. Er ist ein beliebtes Motiv für Brautpaare, "denn bei glatter Wasseroberfläche spiegelt sich darin Schloss Greifenstein", so Krämer.

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Im Rahmen der Neukonzeption des gesamten Geländes wurde auch die Leinleiter im Bereich des Sees renaturiert und ein, speziell bei Schulklassen sehr beliebter, Wassererlebnispfad angelegt. Die "Wiedereröffnung" ihres Sees feierten die Heiligenstädter 2012 mit einem zünftigen Seefest inklusive musikalischer Begleitung. "Etwas in dieser Art mit einem kulturellen Rahmenprogramm wollen wir wieder auf die Beine stellen", kündigt Reichold an.

Daran, den See zuzuschütten, denkt in der Marktgemeinde niemand mehr. Längst ist er an warmen Tagen der Freizeittreff Nummer eins in der Marktgemeinde, allerdings auch mit kleinen Nachteilen. Da sind zum einen "die uneinsichtigen Hundehalter, die ihre Vierbeiner im Bereich des Sandstrandes, wo Kinder spielen ins Wasser schicken", sagt Krämer – und sein Nachfolger ergänzt, dass leider auch Vandalismus und hinterlassener Unrat die Freude über die Beliebtheit des Sees etwas trüben: "Wir freuen uns über jeden Besucher, wünschen uns aber ab und an mehr Rücksicht. Es wäre schön, wenn sich alle Leute an die Regeln halten würden, zumal ja bei uns alles kostenlos ist, auch das Parken."

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Stefan Braun

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