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Sonntag, 15.09.2019

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Ständig wird die Dormitzer Schutzpatronin attackiert

Viele Bürger fragen sich, was in den Köpfen der Randalierer vor sich geht - 23.08.2019 14:17 Uhr

Die beschädigte Schutzmantelmadonna. Kirchenpfleger Nikolaus Demharter zeigt den Tisch, der beim Besteigen beschädigt wurde und mit viel finanziellem Aufwand repariert werden muss. © Karl Heinz Wirth


Die Marienstatue am Kirchberg wurde am 15. April 1956 errichtet. 1945 hatten amerikanische Soldaten von der Honingser Höhe aus stundenlang in Richtung Dormitz geschossen, erzählt Demharter. Ein amerikanischer Panzer stand genau dort, wo heute die Madonna steht, um den Ort unter Beschuss zu nehmen, falls Widerstand erfolgt.

Als Dank für den glimpflichen Ausgang bei Kriegsende, als weder Bürger noch Gebäude in der Gemeinde zu Schaden kamen, veranlasste der damalige Pfarrer die Errichtung der Madonna, die seitdem mit Blick auf die Gemeinde ihre Hände schützend über diese hält.

Umso enttäuschender sind die Beschädigungen an der Madonna selbst. So wurden die seitlich auf der Rundmauer angebrachten Laternen schon zweimal zerstört. Der Tisch an der lebensgroßen Madonna wurde schwer beschädigt, als jemand draufstieg um der Madonna eine Flasche in den Arm zu klemmen.

Eine größere Reparatur an der Madonna ist damit unumgänglich, so Demharter. Wie hoch der Schaden wirklich ist, kann nur ein Gutachter beziffern sagt er.

Was sind die Motive solcher Taten, fragt man sich in Dormitz. Ist es Übermut, Frust, übermäßiger Alkoholkonsum, wachsende Gleichgültigkeit gegenüber religiösen Gefühlen oder ein Zeichen der Entfremdung zwischen Kirche und Gesellschaft?

Schade, so Demharter, dass sich manche Menschen nicht zu benehmen wissen und den Ort zerstören, den man für gesellige Treffen nutzt und der einen herrlichen Blick auf Dormitz, Neunkirchen bis nach Erlangen bietet. Viel interessanter, sagt er, dürfte jedoch die Antwort auf die Frage sein, was in Menschen vorgeht, die sich an Statuen und anderen Objekten mit christlichem Hintergrund vergreifen: "Wir sind froh und dankbar, dass Dormitzer Bürger auf eigene Rechnung den Platz rund um die Madonna ehrenamtlich pflegen. Umso trauriger macht es mich, dass dieses bürgerliche Engagement mit Füßen getreten wird", sagt Demharter.

So zeugen eine mutwillig zerstörte Sitzbank, zerschlagene Flaschen und zahlreicher Unrat von außerordentlichem Vandalismus. Die Polizei ist eingeschaltet und ermittelt wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt. 

KARL HEINZ WIRTH

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