Freitag, 17.01.2020

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Streitberg: "Film ab" im Seniorenzentrum

Ein ARTE-Team war im Martin-Luther-Haus in Streitberg, um die Präventionsmaßnahme Märchen und Demenz filmisch zu begleiten. - 03.09.2019 05:54 Uhr

Begleitet vom Film-Team üben die Betreuungskräfte in Rollenspielen, wie sie die Senioren am besten in die Welt der Märchen mitnehmen können. © Diakonie Bamberg-Forchheim


Die Märchenerzählerin ist Teil der Präventionsmaßnahme "Es war einmal… Märchen und Demenz" von "Märchenland – Deutsches Zentrum für Märchenkultur" und derzeit fast wöchentlich zu Besuch im Seniorenzentrum. Ihre Aufgabe ist es, die Diakonie-Mitarbeitenden zu Märchenerzählern zu schulen.

Die Rollenspiele, Atemübungen, das Gestik- und Mimik-Training finden unter besonderen Bedingungen statt: Ein Filmteam von ARTE zeichnet einen Teil der Schulung auf, interviewt die teilnehmenden Betreuungskräfte und einige Bewohner. Seit Mai wird die Maßnahme in der Pflegeeinrichtung umgesetzt. Neben acht wöchentlichen Märchenstunden gehört es zum Programm, einen Teil des Betreuungspersonals zu Märchenvorlesern zu schulen.

Die Rückmeldungen der Bewohnerinnen und Bewohner seien durchwegs positiv, sagt Ralf Hartmann, der Sozialdienstleiter des Seniorenzentrums. "Bereits in der ersten Erzählstunde zeigte sich eine Atmosphäre der Ruhe und Entspannung – auch bei demenzerkrankten Menschen. Die Stärke der Märchen ist, dass sie ganz frühe Erinnerungen aus der Kindheit bei unseren Bewohnern wecken. Die Senioren sprechen einzelne Sätze mit, die Geschichten berühren sie und schaffen ein Gefühl der Geborgenheit."

Damit die Bewohnerinnen und Bewohner tief in die Märchenwelt eintauchen können, erhält die Einrichtung einen Märchenkoffer. Die golden beschriftete Kiste ist gefüllt mit einem opulenten Märchenmantel für den Erzählenden, einer Glocke, die zur Einstimmung geläutet wird, und einem Märchenbuch. Darin befindet sich ein Grundstock an Märchen, die speziell für das Projekt aufbereitet wurden: Die Verben sind unterstrichen, die direkte Rede ist farbig markiert. "Ein Märchen vorzulesen ist einfach, denkt man immer, aber man kann so viel mehr aus einem Text herausholen, wenn man bei einer direkten Ansprache die Augen aufreißt, die Stimme verändert und passende Handbewegungen macht. Dann schaltet sich das Kopfkino auch bei den Zuhörern ein und der glitzernde Mantel und der Klang der Glocke machen ein richtiges Erlebnis aus der Geschichte", beschreibt Renate Rauer, Betreuungskraft in Streitberg, das Gelernte.

"Märchen und Demenz" wurde auf Grundlage einer vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebenen Studie entwickelt und wird von einigen Pflegekassen gefördert. Das Streitberger Seniorenzentrum gehört zu 50 stationären Pflegeeinrichtungen in Bayern, in denen die Maßnahme zum Einsatz kommt. Auch das Diakonie-Seniorenzentrum in Ebermannstadt zählt dazu. Ausgestrahlt werden die Aufnahmen voraussichtlich Ende Oktober im Wissensmagazin "Xenius" von ARTE und bei "Gut zu wissen" im Bayerischen Rundfunk.

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