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Streitberg: Vorbereitungen laufen auf Halbgas

Der MSC Fränkische Schweiz hat trotz Corona die Weichen für die Enduro-DM gestellt - 18.05.2020 15:32 Uhr

Das sind die heiklen Stellen für den MSC Fränkische Schweiz: Die Zuschauermagnete entlang der DM-Strecke könnten auch für das Corona-Virus zu „Hot Spots“ werden, weil da viele Menschen dicht gedrängt stehen. Bis Oktober sind da Lösungen gefragt. © Foto: Edgar Pfrogner


"Ich weiß gar nicht, wie lange wir bei dieser Serie schon Gastgeber sind. Ich war schon als kleiner Bub mit dem Fahrrad an der Rennstrecke", erinnert sich Kraus, der heuer 55 Jahre alt wird. Also sind es wohl mindestens 40-Jahre DM-Flair rund um Streitberg.

Durch drei Landkreise (Forchheim, Bamberg und Bayreuth) führt der 60 Kilometer lange Rundkurs, der für die Eliteklasse drei Mal zu absolvieren ist. Gebiete von vier Gemeinden – Wiesenttal, Waischenfeld, Unterleinleiter und Heiligenstadt werden befahren. Kraus betont, wie sehr die Kommunen hinter diesem Sportevent stehen und auch die Feuerwehr, die entlang der Strecke zum Einsatzkommen: "Da kommen ganze Züge aus Gräfenberg, Hiltpoltstein oder Weilersbach - also Orten, die gar nicht an der Route liegen. Insgesamt sind 17 Feuerwehren vor Ort."

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Beim IGE-Lauf bei Westheim waren insgesamt an den beiden Tagen 250 Solostarter mit ihren Enduro-Maschinen und 45 Teams auf der Strecke. Auf der "Staubwüsten-Strecke" war fahrerisches Können, und Mut zum Vollgas gefragt.


Auch die Sponsoren seien heuer eher mehr geworden: Im 120-seitigen Programmheft werben 140 Unternehmen.

Eine solche Herzensangelegenheit will der MSC natürlich auch in Zeiten von Corona nicht so einfach aufgeben. Vorsitzender (und Rennleiter) Kraus sieht aus epidemiologischen Gründen beim Rennen selbst kaum Probleme. Die Fahrer (man erwartet wieder gut 300 aus der gesamten Republik) tragen schließlich Rennanzüge und Helme, seien eigentlich selten dicht beieinander - und falls die Sanitäter oder Ärzte eingreifen müssen, wären Schutzmasken und Handschuhe sicherlich vorhanden.

Training mit Abstand: Im Steinbruch bei Drügendorf sind die Fahrer des MSC Fränkische Schweiz seit der vergangenen Woche wieder mit ihren Motorrädern im Einsatz. © Foto: Ralf Rödel


Auch die technische Abnahme, die in offenen Zelten stattfindet, könne man so gestalten, dass die Abstandsregelungen eingehalten werden können. Gleiches gelte für die Papierabgabe im Bürgerhaus, in das man zur einen Seite hinein und zur anderen hinausgehen könne.

Im Fahrerlager, wo fast jeder Starter seinen eigenen Bus und ein Vorzelt stehen habe, wäre der Abstand auch kein Thema. Gleiches gelte für die Siegerehrung im Freien. "Das ist alles zu händeln, es darf nur keine zweite Corona-Welle kommen, dann kriegen wir das hin."

Die Vorbereitungen im eingespielten Organisationsteam seien zwar in den vergangenen acht Wochen überwiegend auf dem elektronischen Wege vorangegangen, aber die wichtigsten Dinge seien am Laufen. Kraus: "Wir planen sozusagen auf Halbgas. Die Strecke steht, wobei es keine Änderungen zu den Vorjahren gibt, die Sonderprüfungen sind fix, die Zusagen von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Ärzten liegen ebenfalls schon vor. Intern sind die Aufgaben verteilt – nun muss man halt die weiteren Vorgaben der Politik im Auge behalten.

Abgesagt hat der MSC Fränkische Schweiz hingegen schon den Jugendtrial und den Fahrradtrial abgesagt, die im Sommer auf dem Terminkalender gestanden waren. "Das war uns zu heikel, keiner konnte uns etwas Konkretes zu den Sicherheitsvorkehrungen sagen. Und ohne Zuschauer und ohne Verköstigung macht das ja wenig Sinn", so Kraus.

Allerdings ist die Jugend derzeit der Trumpf des Vereins, der keine eigenen Fahrer hat, die um DM-Ehren mitfahren können. Kraus: "Wir haben riesige Nachwuchsgruppen, in die wir viel Zeit investieren, um in ein paar Jahren wieder Top-Fahrer zu haben." Die saßen alle ungeduldig in den Startlöchern, ehe seit vergangener Woche auch für sie das Training wieder erlaubt war – beispielsweise im Steinbruch nahe Drügendorf.

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