Siegel "Blauer Engel", Granulate und Feinkörnung

Tipps aus Forchheim: Wie lässt sich bei Glätte und Schnee umweltfreundlich streuen?

28.11.2021, 18:07 Uhr
Bewohner müssen die Gehwege vor ihrer Haustür selbst räumen. Statt Streusalz gibt es auch umweltfreundlichere Alternativen.

Bewohner müssen die Gehwege vor ihrer Haustür selbst räumen. Statt Streusalz gibt es auch umweltfreundlichere Alternativen. © Roland Huber

Viele Menschen setzen beim ersten Frost und Glatteis Streusalz ein – das ist zwar wirkungsvoll, schadet aber Böden, Bäumen, Pflanzen und Tieren und kann ins Grundwasser gelangen. Die Verwendung ist in einigen Gemeinden auch grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten "bei besonderer Glättegefahr" an Treppen oder starken Neigungen.

Welche umweltfreundlichen Alternativen zum Streusalz gibt es? Und welche Vor- und Nachteile haben diese? Klara Günther von Transition Forchheim und Omas for Future Forchheim gibt Tipps: "Sand ist ein preisgünstiges und umweltverträgliches Streugut, hat allerdings den Nachteil, dass durch die kleinen Körner die Glätte nur mäßig abgestumpft wird und empfindliche Untergründe wie von einem Schmirgelpapier abgeschliffen werden", erklärt sie. Sand hafte auch an Schuhsohlen und wird so in Wohnungen getragen. Am Ende der Glätteperiode muss er von den Wegen gekehrt werden. Vorteil sei, dass er aufgehoben und erneut verwendet werden kann. Beim Kauf von Sand als Streugut sollte man auf eine grobe Körnigkeit achten, rät sie.

Preisgünstig: Splitt, empfehlenswert: Bläh-Lava

Ebenfalls preisgünstig zu bekommen ist Splitt. Er ist grobkörniger und damit griffiger und abstumpfender. Sein Nachteil: "Dass die spitzen Steinchen für Tierpfoten unangenehm sind und je nach Körnung auch Reifen geschädigt werden können." Hier sollte man auf relativ feine Körnung achten. "Ich empfehle Produkte, die so mürbe sind, dass sie beim Darauftreten leicht zerbröckeln", sagt Klara Günther. In Baumärkten gebe es inzwischen einige derartige Produkte zur Auswahl.

Besonders empfehlenswert sei sogenannte Bläh-Lava. Dieses natürliche Lavagranulat hat abgerundete Körner, die weder Hundepfoten verletzen, noch Fahrradreifen aufschlitzen. Man kann sie nach dem Auftauen wieder zusammenkehren und nochmals benutzen oder entsorgen – da es ein Naturprodukt ist: in der Biotonne oder im Garten. Auch hier gibt es natürlich einen Nachteil: Aufgrund der geringen Anzahl an Vulkanen und fehlender Abbaugebiete in Deutschland kann nicht von einem regionalen Produkt gesprochen werden.

"Und man sollte beim Kauf von Streugut nur zu solchen Angeboten greifen, die den Blauen Engel als Siegel tragen", sagt Klara Günther. Auf der Webseite https://www.blauer-engel.de und dem Stichwort "Streumittel" kann man sich über alle Möglichkeiten informieren. Und wer weitere Tipps zur eigenen Nachhaltigkeit haben möchte, kann auf der Seite https://transition-forchheim.de/was-kann-ich-tun/ fündig werden.

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