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Verärgert über "Kollegen"

Unmögliches Vorgehen eines auswärtigen Hobbylandwirts bringt heimische Bauern in Verruf - 23.06.2020 17:04 Uhr

Geht auf Distanz: Uwe Krämer aus Gräfenberg kritisiert das unmögliche Verhalten eines Hobbylandwirtes, der Hundebesitzer beim Spazierengehen fotografiert. © Foto: Petra Malbrich


Er fährt nicht nur denjenigen nach, die ihre Hunde frei herumlaufen lassen und die Felder der Landwirte verunreinigen, sondern auch den gesitteten Hundehaltern, die ihre Hunde an der Leine führen und deren Tiere sich am Randstreifen des Feldwegs, der Heckenreihen oder am Waldrand erleichtern.

Wenn auch manches Verhalten der Spaziergänger oder Hundebesitzer auf wenig Verständnis der Landwirte stößt: "Es berechtigt nicht, so auf Leute loszugehen. Es gibt hier keinen Landwirt, der dieses Verhalten gut heißt", sagt Uwe Krämer aus Gräfenberg. Er ist landwirtschaftlicher Dienstleister, kennt deshalb alle Landwirte in der Region und baut auch selbst an.

Auch Stefan Kohlmann, Geschäftsführer der VG Gräfenberg, meint: "Der Landwirt hat kein Recht, als öffentlicher Ordnungsdienst aufzutreten." Der geschilderte Landwirt aus dem anderen Landkreis sei bei den hiesigen Bauern kein Unbekannter. "Er ist kein professioneller Landwirt, eher einer, der hobbymäßig eine kleine Fläche bewirtschaftet", weiß Uwe Krämer. Er und andere Landwirte haben ihre eigenen Erlebnisse mit dem Hobbyanbauer. Auch Krämers Sohn hat jener schon wegen einer Lappalie heftig angegangen.

Vor allem ärgern sich die Bauern darüber, dass das unmögliche Verhalten eines Einzelnen der ganzen einheimischen Berufsgruppe ein negatives Image verschafft. Sie wollen ein gutes, harmonisches Miteinander. "Wir haben kein Problem mit Hundehaltern, außer die Hunde rennen unkontrolliert in den Wiesen herum", erklärt Krämer.

Das sei aber bei den geschilderten Vorfällen nicht der Fall gewesen, die Hunde waren alle an der Leine und am Wegrand unterwegs. "In jeder Gruppe gibt es schwarze Schafe, aber man kann sie nicht auf alle übertragen. Es tut uns leid, wenn so etwas passiert ", wehren sich die Bauern.

 

Hundekot am Rand

 

Dass Hunde grundsätzlich nicht in den Wiesen und Feldern ihre Häufchen hinterlassen, so vernünftig sollten die Leute sein und sind es die meisten auch. Wenn am unbewirtschafteten Streifen Hundekot liege, haben die Landwirte kein Problem damit. Das ist den heimischen Bauern lieber, als wenn die Kot-Tüten in die Wiesen geschleudert oder unter Büsche gelegt werden.

Auch Uwe Krämer nennt wie der VG-Geschäftsführer die Häufigkeit als Maß. Denn natürlich gibt es auch stark frequentierte Wege, wo die Häufchen schon zum Ärgernis werden. Das ist aber nicht an dem geschilderten Weg, sondern eher in anderen Gebieten zu beobachten.

Mit den 5-Seidla-Wanderern hat Uwe Krämer kein Problem. "Sie sind immer lustig drauf, manche machen die La-Ola-Welle, wenn man an ihnen vorbei fährt", erzählt der Dienstleister. Dafür ziehen manch andere Wanderer die Jacke hoch oder drehen sich um. Das bewerten die Landwirte dann eher negativ.

"Wenn es sehr windig und trocken ist, schütze ich mich so vor dem Staub, der dann aufgewirbelt wird", erklärt dagegen eine Spaziergängerin und meint: "Die Landwirte sollten nicht alles negativ auf sich beziehen. Manchmal sind die Dinge anders begründet."

Nur eine Berufsgruppe sei immer häufiger anzutreffen, erzählt Krämer: die Hundesitter. "Die Sinnhaftigkeit, vier Hunde in Nürnberg in einen Caddy zu packen, hierher zu fahren, die Hinterlassenschaften hier zu lassen und dann wieder nach Nürnberg zu fahren, fehlt uns", so Krämer.

 

Tolerant sein

 

Doch grundsätzlich wollen die heimischen Berufslandwirte nicht auf Recht und Gesetz pochen. "Eine gewisse Toleranz sollte vorhanden sein", da sind sich die Landwirte einig. Und ebenso einmütig distanzieren sie sich alle vom Handeln dieses Hobbylandwirts.

PETRA MALBRICH

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