Freitag, 07.05.2021

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Warum der Forchheimer Kulturpreis weiterhin als Präsenzevent verliehen werden soll

Astrid Haas, die Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung von Kultur in Forchheim im Interview - 09.04.2021 16:02 Uhr

Harald Hubl hat den Forchheimer Kulturpreis 2019 zuletzt erhalten. Der Forchheimer Zeichner bannt auf Reisen und in der Fränkischen Lebensszenen ins Skizzenbuch – oder auf Bierdeckel.

05.04.2021


Die Corona-Beschränkungen vereitelten eine Preisverleihung mit zahlreichen Gästen. Die Verleihung soll in den Herbst 2021 verschoben werden. Wir haben mit Astrid Haas gesprochen. Sie ist Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung von Kultur in Forchheim, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Forchheim und mit Hilfe der Unterstützung der Sparkasse Forchheim den Kulturpreis satzungsgemäß jährlich vergibt.

Frau Haas, wie sieht es denn derzeit mit dem "Forchheimer Kulturpreis" aus?

Wir von der Gesellschaft sind der Auffassung, dass der Kulturpreis nur im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung an den jeweiligen Künstler vergeben wird. Die Veranstaltung selbst hat neben der Ehrung des Künstlers oder der Künstlerin einen eigenen Wert, nämlich den Gedankenaustausch der bisherigen Kulturpreisträger mit vielen anderen geladenen Künstlern/innen und Bürgern/innen der Stadt Forchheim. Die Veranstaltung ist stets in einem würdigen Rahmen erfolgt. Eine Preisverleihung lediglich in Anwesenheit der Medien – sprich ohne Publikum – ist für uns undenkbar, weil unpersönlich.

 

Astrid Haas hat nach dem Studium an der Uni Erlangen als Lehrerin am Kaiser Heinrich-Gymnasium Bamberg gearbeitet. Ab 1983 war sie in der Rechtsanwaltskanzlei ihres Ehemannes Joachim tätig und nebenbei Lehrerin für Deutsch und Sozialkunde an der Krankenpflegeschule des Klinikums Forchheim. Sie engagiert sich in zahlreichen Ehrenämtern, darunter als 2. Vorsitzende des HGF-Freundeskreises und als Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung von Kultur in Forchheim.

05.04.2021 © Archivfoto: Ulrich Schuster


Haben Sie auch an virtuelle Alternativen gedacht?

Sowohl die Ausschreibung als auch die Findung des Preisträgers hat virtuelle Züge, an der sich alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit Vorschlägen beteiligen können. Insofern ist die Ermittlung der Preisträger, wie wir sie mit Oberbürgermeister Kirschstein 2019 gemeinsam erarbeitet haben, bereits virtuell.

 

Wie sieht denn Ihr Fahrplan aus?

Wir werden nach dem derzeitigen Sachstand in Absprache mit dem Kulturamtsleiter Lorenz Deutsch, mit der öffentlichen Ausschreibung beginnen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Forchheim haben dann Gelegenheit, innerhalb von acht Wochen ihre Vorschläge für den Kulturpreisträger 2021 in der Sparte "Theater und Schauspiel" einzubringen. Danach werden wir satzungsgemäß eine Vorschlagsliste von drei bis vier Bewerbern dem Kulturausschuss unterbreiten und auch begründen, weshalb der jeweilige Preisträger uns als würdig für den Preis erscheint.

Der Kulturausschuss wird dann in geheimer Sitzung dem Stadtrat eine Empfehlung für den Preisträger erteilen, über die der Stadtrat endgültig entscheidet. Die Preisverleihung soll dann in einer öffentlichen Veranstaltung im Februar 2022 erfolgen. Der Preisträger erhält dann die von dem Künstler Harro Frey geschaffene Bronzeplastik, den Triton, sowie ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro. An dieser Stelle will ich mich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Forchheim und für die großzügige finanzielle Unterstützung der Sparkasse Forchheim bedanken.

 

Sie hatten ja auch mit Kritik zu kämpfen, dass Sie zu viel Einfluss auf die Entscheidung nähmen und es wieder keine junge Frau geschafft hätte . . .

Wir verstehen die Diskussion über die Auswahl des Künstlers keineswegs nur als Kritik, sondern so, dass es den Forchheimerinnen und Forchheimern äußerst wichtig ist, wer den Preis erhält. Unsere Schlussfolgerung hieraus ist, dass der Preis für die Künstler äußerst attraktiv ist.

Soweit Sie auf junge Künstlerinnen und Künstler abheben, ist dies sicherlich ein wichtiger Aspekt, den wir bereits insofern diskutieren, als dass wir darüber nachdenken, einen Preis für Nachwuchskünstler zu vergeben. Der Forchheimer Kulturpreis versteht sich aber als ein Anerkennungspreis, der für den Preisträger eine bleibende, ideelle Bestätigung seiner künstlerischen Leistung für Forchheim darstellt. Laut unseren Richtlinien zur Vergabe des Forchheimer Kulturpreises ist Alter, Geschlecht, Bekenntnis und Nationalität kein Kriterium.

 

Wissen Sie schon, wo die Preisverleihung stattfinden wird?

Persönlich würde ich mir wünschen, die Preisverleihung in der glasüberdachten Kaiserpfalz vorzunehmen. Im Hinblick auf die Unwägbarkeiten können wir uns bezüglich des Veranstaltungsortes bedauerlicherweise noch nicht festlegen. Es gibt aber vielfältige Alternativen, die sicherlich alle ihre Schwierigkeiten haben. Eine Entscheidung kann diesbezüglich noch nicht getroffen werden.

INTERVIEW: UDO GÜLDNER

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