Montag, 09.12.2019

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Warum in Hallerndorf die Allerweltskerwa gefeiert wird

Kirchweihbaum kam aus dem bayerischen Staatswald - 21.10.2019 10:30 Uhr

Förster Erich Daum war dabei, als die Hallerndorfer Kerwasburschen den stattlichen Kirchweihbaum aus dem Staatswald geholt haben. © Foto: Mathias Erlwein


Immer am dritten Sonntag im Oktober ist Tag der "Allerweltskerwa". Ein einheitlicher Termin für Kirchweihfeste, den die Obrigkeit ihrem Volk im 19. Jahrhundert verordnet hat. Damit sollte die ausufernde Feierei an unzähligen Kirchweihfesten eingegrenzt werden - und dazu gehört natürlich der Kirchweihbaum.

Viele dieser Kirchweihbäume im Landkreis stammen dabei aus dem Staatswald. Die Bayerischen Staatsforsten unterstützen das Brauchtum und weisen den Kerwasburschen für einen "Anerkennungspreis" von 20 Euro einen passenden Kirchweihbaum an. "Der muss gerade, rund gewachsen, lang und schlank und in jedem Fall mit einer perfekten Krone ausgestattet sein", weiß Förster Erich Daum vom Forstrevier in Oesdorf. "Und jedes Jahr natürlich dicker und länger", fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.

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So um die 15 bis 20 Bäume aus dem Landkreis werden für die Kirchweihbräuche angewiesen. Samt "Ersatzbäume", denn das unfallfreie Fällen der Fichten ist gar nicht so einfach. Manchmal bricht die Krone beim Fallen ab oder der Baum bricht in der Mitte entzwei. Solche Bäume sind dann nicht mehr als Kirchweihbäume geeignet.

Hilfe vom Profi

In Hallerndorf, wo am dritten Sonntag im Oktober das Kirchweih-fest gefeiert wird, müssen die Kerwasburschen ihren Baum nicht selber fällen. Dafür ist Markus Stilkerich zuständig. Er ist Holzfäller bei den Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Forchheim und wohnt in Hallerndorf. Selbstverständlich für ihn, die prestigeträchtige Fichte für seinen Heimatort selbst zu fällen.

Doch auch für ihn ist das keine alltägliche Arbeit, denn er muss sehr darauf achten, dass der Baum beim Fällen keinen Schaden nimmt. "Dafür lasse ich eine größere Bruchleiste stehen, dann fällt der Baum langsamer", verrät Stilkerich seine Technik.

Doch auch ihm als Experten gelingt dies nicht immer. "Heuer ist mir beim ersten Baum die Spitze abgebrochen. Sie ist auf einem Stumpf gefallen", gibt er zu und meint: "Über 25 Meter sind die Bäume lang, da kann man den Fall der Krone nicht auf den Zentimeter hinbekommen."

Dass die Kirchweih in Hallerndorf am Termin der "Allerweltskerwa" gefeiert wird, kann Pfarrer Matthias Steffel erklären: "Es ist einfach so, dass bei vielen Kirchen das Weihedatum im Lauf der Jahrhunderte nicht überliefert ist. Auch in Hallerndorf. Da hat man dann einheitlich den dritten Sonntag im Oktober genommen." Nicht dass also jemand meint, die Hallerndorfer wurden reglemen-tiert, weil sie so gerne feiern.

 

MATHIAS ERLWEIN

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