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Donnerstag, 23.01.2020

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Weiße Linien sollen Radlern Sicherheit geben

ADFC möchte Unfallgefahr minimieren helfen - 11.12.2018 18:00 Uhr

Mit einem traurigen Smiley soll auf die Aktion aufmerksam gemacht werden. © ADFC


Gerhard Krahl © Foto: ADFC


Herr Krahl, warum sind weiße Randlinien auf Radwegen so wichtig?

Gerhard Krahl: Immer mehr Menschen wollen das Fahrrad im Alltag benutzen, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Wer derzeit früh am Morgen oder am frühen Abend fährt, kann im Dunkeln den Wegeverlauf kaum noch erkennen. Ganz schlimm ist es, wenn einem dann auf der danebenliegenden Straße auch noch Autos entgegen kommen. Mit ihren grellen Scheinwerfern. Wenn ich über die Kante vom Weg abrutsche, kann ich nicht so einfach zurück. Man fährt wie in einer Straßenbahnschiene und verliert das Gleichgewicht. Beim Sturz vom Fahrrad kann man sich schwer verletzen. Da gab’s auch schon Todesfälle. Mit einer weißen Randlinie sehe ich genau den Weg. Das klappt auch, wenn ich geblendet werde. Bei allen Straßen gibt es solche Randmarkierungen. Warum nicht auch bei Radwegen?

 

Auf dem Verhandlungsweg sind Sie nicht weitergekommen: Mit wem haben Sie verhandelt und was waren die Gründe für die Ablehnung?

Gerhard Krahl: Der ADFC Forchheim hat schon ein paar Mal mit dem Landrat gesprochen. Er hat sogar mit uns schon einmal den Weg von Kunreuth nach Dobenreuth abgefahren. Bei Dunkelheit, um das mal selbst zu erleben. Die Verkehrsbehörde im Landratsamt behauptet, dass durch solche Linien die nutzbare Breite des Weges weniger wird. Das wäre gegen die Vorschriften. Dabei steht in die Empfehlungen für Radweganlagen, dass solche Markierungen sinnvoll sind. Von der Polizei haben wir gehört, dass man über diese Linien ohne weiteres drüber fahren darf. Das wird nicht geahndet. Sie haben keine verkehrsrechtliche Bedeutung. Das Landratsamt erwartet Anweisungen von "ganz oben", vom Verkehrsministerium.

 

Ihr Plakat "Randlinien fehlen" mit einem traurigen Smiley "wandert" durch den Landkreis. Was heißt das?

Gerhard Krahl: Wir haben uns zu dieser Plakataktion entschlossen, damit die Leute sehen, dass die Radfahrer hier ein Problem haben. Leider haben wir nicht genügend finanzielle Mittel, um flächendeckend Plakate aufzustellen. Deswegen stellen wir unsere Plakate der Reihe nach an verschiedenen Wegen auf.

Ulrich Graser Stv. Redaktionsleiter, Nordbayerische Nachrichten für Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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