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Wie Dormitz umgehen?

Im Kreisausschuss des Landkreises Forchheim sorgt das Dauerthema für Diskussionen - 27.06.2019 15:00 Uhr

Sehr viele Dormitzer Bürger fordern sie – auch mit Transparenten – seit Jahren: Eine Ortsumgehung, um die gerade einmal acht Meter breite Ortsdurchfahrt zu entlasten. © Foto: Harald Hofmann


Seit der Jahrtausendwende ist sie im Gespräch, die Ortsumgehung von Dormitz. Seit dieser Zeit setzt sich Gerhard Schmitt (CSU) als Bürgermeister und heute als Kreisrat für eine Lösung der Verkehrsprobleme im Raum östlich von Erlangen ein. Und seither hat er eine, seiner Meinung nach die, tragfähige Lösung: Er will zweigleisig fahren, wie er nun im Kreisausschuss des Kreistages erläuterte.

Eine Ortsumgehung, um die gerademal acht Meter breite Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2240 zu entlasten, ist sein erster Gedanke. Denn im Pendlereinzugsraum leben rund 20 000 Menschen, die weitgestreut wohnen. Einer aus Hetzles oder Ermreuth, so Schmitt, muss mit dem Auto starten und "er bleibt beim Auto". Unter dem Gesichtspunkt Schadstoffe setzt er dabei durchaus auf Elektromobiliät und Wasserstoffantrieb.

Ergänzt werden, so sein zweiter Gedanke, muss aber diese Umgehung durch eine Stadt-Umland-Bahn mitten durch den Ort (die "ideale Anbindung", sagt Schmitt) und einen Radweg – wofür der Platz auf der Ortsdurchfahrt passen würde. Sicher die Straße zu queren, ohne dass ein Schwerlastfahrzeug 50 Zentimeter entfernt am Passanten vorbeifahre, wäre dann in Dormitz wieder möglich. Dafür habe er seit Jahren in jeder Bürgerversammlung plädiert.

Virulent wurde das Thema durch die Tekturplanung des Staatlichen Bauamts vom September 2018. Sachlich geht es hierbei nur um Veränderungen an drei Punkten, wie Stefan Arneth vom Staatlichen Bauamt dem Kreisausschuss erklärte: Am Kreisverkehr im Süden – dort mündet die Staatsstraße aus Richtung Kalchreuth ein – soll der bestehende Rad- und Gehweg über die Trasse geführt werden statt unter ihr durch. Der öffentliche Feldweg Weiherer Weg soll ebenfalls durch eine Brücke über die Straße geleitet werden.

Die dritte Veränderung betrifft den Kreisel im Norden von Dormitz. Bedingt durch das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinden am Brandbach Hetzles, Neunkirchen und Dormitz muss dort ein größerer Retensionsraum für den Eberbach entstehen. In Zusammenarbeit mit den Wasserwirtschaftsämtern Kronach und Nürnberg wurde ein Flutmuldenkonzept entwickelt. Am 11. Juni endete die Frist für Einwendungen von Privatleuten. Ihre Zahl liegt bei über 400.

CSU-Sprecher Edwin Dippacher will die Problematik an der Gesamtentwicklung des Raumes mit seinen wachsenden Gemeinden festmachen. Er ist überzeugt der Zuwachs auch von Fahrzeugen lasse sich nicht durch "alternative Verkehre" abfangen. "Wenn wir ihn nicht wegbringen, dann müssen wir den Verkehr leiten", meint Dippacher. Kreisverkehre an den Ortseingängen brächten das seiner Meinung nach nicht.

Anders sieht das Karl Waldmann, der Fraktionssprecher der Grünen: In den zurückliegenden Jahren ist der Kreis dem Klimapakt der Metropolregion beigetreten und Pläne für eine Südostumgehung von Erlangen wurden auf Eis gelegt.

Deshalb fragte er: "Wo ist der Sinn einer Umgehung von Dormitz, wenn die Autos dann in Weiher (einem Ortsteil der Gemeinde Uttenreuth, Anm.d.Red.) stehen?" Man sei sich doch im Gremium einig, dass die Fahrzeuge nur weniger werden, wenn der StUB-Ostast mit einer Verbindung zur Gräfenbergbahn komme und der Bustakt durchgängig bei 15 Minuten liege.

Der Landkreis dürfe sich nicht hinter einem Beschluss verstecken, der 19 Jahre alt ist, denn dieser "konterkariert unsere eigenen Ziele und die Pendler stehen weiterhin im Stau". Waldmann wagte den Vergleich mit den Metropolregionen München und Stuttgart – wo es üblich sei, mit dem

ÖPNV zu fahren. 

PAULINE LINDNER

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