Dienstag, 26.01.2021

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Wiesenttal: Die Grenze ist dem Biber herzlich egal

Im idyllischen Aufseßtal fühlt sich das Nagetier heimisch und baut an seiner Unterkunft - 14.01.2021 08:34 Uhr

Die Kuchenmühle im Aufseßtal ist ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen und ein beliebtes Zuhause für den Biber. Das hat ernste Folgen, über die die Landkreise Forchheim und Bayreuth diskutieren. (Symbolbild) 

25.04.2016 © dpa


Denn die Unteren Naturschutzbehörden der beiden Landkreise müssen über ein weiteres Vorgehen entscheiden, weil sein Bauwerk aus Baumstämmen die Brücke über den kleinen Fluss unbefahrbar macht. 

Flussmeister Stefan Hausdorff von der Flussmeisterei Bamberg, die dem Wasserwirtschaftsamt Kronach zugeordnet ist, beschreibt die Geländesituation: „Durch die Kuchenmühle und Reste eines Triebwerks eines Wasserrads hat der Fluss zwei Geländesprünge in diesem Bereich. Dort führt auch die Holzbrücke für den landwirtschaftlichen Verkehr und Fußgänger auf die andere Talseite“, sagt er. 

Als nun der Biber einen Baumstamm querlegte, staute sich das Wasser nochmals an, bis unter die Unterkante der Brückenkonstruktion. Deswegen rief der Markt Wiesental die Flussmeisterei zur Hilfe. Die holte den Stamm heraus und der Wasserstand fiel. „Es ist nicht abzuschätzen, ob die Brücke dadurch Schaden erleidet“, meint er. 

Dass zurückgestautes Wasser über die Ufer tritt, ist aus seiner Sicht nicht weiter problematisch. Denn bei den Uferstreifen handele es sich beiderseits um Brachland im Eigentum des Freistaats, das die Flussmeistereien oder beauftragte Landwirte einmal im Jahr mähen. So halten es Hausdorff wie auch seine Bayreuther Kollegen, die zum Wasserwirtschaftamt Hof gehören. 

Zwei Lösungen stehen im Raum. Die eine trug Wiesenttals Bürgermeister Marco Trautner (FWW/CSU) in der jüngsten Ratssitzung vor. Demnach soll eine Röhre durch den Biberdamm den Wasserstand dauerhaft senken, so dass die Brücke wieder benutzbar und nicht weiter gefährdet wäre. 

Das wurde andernorts schon gemacht, weiß der Flussmeister. Ob es funktioniert, zweifelte Konrad Rosenzweig (CSU) in der Gemeinderatssitzung an. Der Jäger ist sich sicher, dass der Biber „alles daransetzt, die alte Höhe wieder aufzustauen“. Denn vermutlich braucht er sie, um den Unterwasserzugang für eine Biberburg zu sichern. 
Für Rosenzweig sind Biber eine Bereicherung der Landschaft, wie er betonte. Gleichwohl sieht er durch zu dichte Bestände – am Oberlauf der Aufseß arbeiten die nagenden Wasserbauingenieure auch – die Struktur des schmalen Tals sich langfristig verändern. 

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Wenn zu viel Gelände versumpfe, könne es nicht mehr gemäht werden, so dass es verbusche und der Flusslauf nicht mehr sichtbar sei. Damit verlöre es seinen Reiz, den Touristen und Wanderer gerade dort sehr schätzen, weil keine Straße durchs Tal führt. 

Aktuell gefährlich

Rosenzweig plädierte deshalb für eine Entnahme an dieser Flussstelle. Das sah nach Hausdorff bei dem Ortstermin der Biberbeauftragte anders, nicht zuletzt, weil das überschwemmte Geländestück staatlich ist. Die zum Schutz der Brücke richtige Lösung zu finden, ist nun Sache der beiden Landkreisbehörden. 

Wichtiger Hinweis des Flussmeisters: Bei der derzeitigen Witterung kann man nicht gefahrlos an diese Stelle gelangen.

PAULINE LINDNER

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