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Wiesenttal hat einen zweiten Bürgermeister-Kandidaten

"Es ist schöner, zwei Kandidaten zu haben", sagt Timo Steeger - 19.01.2020 17:49 Uhr

"Ich muss nachbohren, dann bekomme ich die Infos, die auch der Wähler haben will": Timo Steeger tritt zur Bürgermeister-Wahl an.

© Pauline Lindner


Er habe lange gewartet, sagte Steeger bei der Nominierungsversammlung im Gasthof Walch. Denn er rechnete damit, dass eine der vielen Wählergruppierungen, die in Wiesenttal existieren, einen zweiten Bewerber um das Bürgermeisteramt präsentieren werde. Ein Gegenkandidat sei nach seinem Demokratieverständnis notwendig.
„Es ist schöner, zwei Kandidaten zu haben“, sagte er und erläuterte den rund 30 Besuchern die Wahlmodalitäten – bis hin zur Situation in einigen bayerischen Gemeinden, wo sich bislang überhaupt kein Bürgermeisterkandidat fand.

Steeger und seine Mitstreiter der neuen Gruppierung „Starke Bürger für die Zukunft“ müssen nun in kurzer Zeit die formalen Hürden für die Teilnahme des Kandidaten an der Wahl stemmen: Bis zum 3. Februar müssen sich 60 Personen mit Hauptwohnsitz in der Marktgemeinde in die Unterstützerliste eintragen, die in der Verwaltung ausliegt.

Die weitere Vorschrift für eine wirksame Kandidatur wurde in der Versammlung erfüllt: Mehr als zehn Personen unterzeichneten den Wahlvorschlag. Insgesamt 24 Wiesenttaler trugen sich in die Teilnehmerliste der Nominierungsversammlung ein. Und alle votierten dann auch für einen Bürgermeisterkandidaten Steeger. „Ich find's Wahnsinn, dass so viele Leute zusammengekommen sind“, sagte er sichtlich beeindruckt von der Resonanz auf sein Unterfangen.

Der 35-jährige gebürtige Muggendorfer ist seit 15 Jahren als Maschinenbauer im technischen Außendienst weltweit tätig. „Aber ich hätte nie woanders wohnen wollen als in der Fränkischen Schweiz.“
In seiner Jugend hat er Fußball gespielt und war bei den Schützen. Und, wie er betont, immer schon politisch interessiert. Sein Beruf brachte es aber mit sich, dass er trotzdem nie für den Gemeinderat kandidieren oder sich in den Vereinen einbringen konnte. „Gerade, weil ich so oft weg bin, ist mir meine Familie das Wichtigste.“

Welche Ziele, welche Richtung er verfolge, fragte eine Teilnehmerin. Kernprobleme des Marktes sind für ihn – wie für die meisten Bürger – die Wasserversorgung und das Streitberger Freibad. Auf der Basis will er mit den Wählern eine Kommunikation aufbauen: „Ich muss in der Gemeinde alles hinterfragen, weil ich kein Ratsmitglied bin. Da werden Sachen auftauchen, die keiner weiß; es wird Verschollenes auftauchen. Ich muss nachbohren, dann bekomme ich die Infos, die auch der Wähler haben will.“

Das Gespräch mit den Beteiligten sei ihm wichtig. So nannte er als Beispiel aus der Vergangenheit eine gemeinsame Sitzung mit den Niederfellendorfern – eine Bürgerversammlung – als es um das dortige Baugebiet ging.

Pauline Lindner

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