Freitag, 16.04.2021

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Winter-Traum in der Fränkischen Schweiz

Am Wochenende drängte es die Leute bei Sonne, Schnee und Kälte hinaus - 14.02.2021 17:56 Uhr

Pheline, Anna und Tobi machen kurz Rast, bevor es wieder rauf auf den Muggendorfer Schlittenhügel geht. Nur das Bremsen kurz vor den Gleisen ist etwas problematisch.

14.02.2021 © Foto: Andrea Schrottenloher


Besonderen Zulaufs erfreute sich auch an diesem sonnigen Samstag der Teuchatzer Schlittenberg. "Teuchatz ist ein Paradies", stellte eine Frau aus Bamberg lächelnd fest, während sie ihren Blick über die Landschaft schweifen ließ. Rund um den bekannten Schlittenhügel verlaufen ausgeschriebene Langlauf-Routen, die jedoch wegen Corona nur selbstgespurt statt präpariert sind. Erfahrene Langläufer hält das aber nicht davon ab, den tollen Schnee in diesem Jahr auszunutzen.

Anders sah es in Draisendorf aus. Der sonst so beliebte Berg, an dem in normalen Jahren sogar ein kleiner Skilift betrieben wird, war wie leergefegt. Nur zwei hartgesottene Tourenskigeher aus Erlangen nutzten die Abfahrt. Doch begeistert waren sie nicht: "Zum Rodeln ist es hier super, aber zum Skifahren liegt einfach zu wenig Schnee."

Eine Anwohnerin vermisst die vielen Menschen, die sonst auf der Piste unterwegs waren. Sie hat in den letzten Jahren sogar Kuchen für die Skihütte gebacken. Diese wird, wie der Skilift, normal ehrenamtlich von den "Skifreunden Wüstenstein" betrieben.

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Eiskaltes Vergnügen: Wintersonne taucht den Landkreis Forchheim in zauberhaftes Licht

Eine Rodelpartie vor der traumhaften Kulisse der Burgruine Neideck starten, eine Winterwanderung entlang der vereisten Sinterstufen der Lillachquelle unternehmen oder die Aussicht vom Berg der Franken genießen: Die Wintersonne verzauberte den Landkreis Forchheim am Wochenende in ein glitzerndes Schneeparadies - und lockte viele Menschen ins eiskalte Vergnügen.


Auch in Muggendorf steht der Skilift dieses Jahr still. Das hält eine Familie aus Bubenreuth aber nicht davon ab, mit ihren Schlitten den steilen Abhang hinunterzusausen. Der einzige Nachteil sei das andauernde Bremsen, erzählen sie. Denn nach dem steilen Abhang kommen direkt die Schienen der Dampfbahn. Zu dieser Jahreszeit fährt hier zwar kein Zug, dennoch ist das abrupte Stoppen beim Rodeln eher schwierig. Einige Skifahrer genossen ebenso trotz des vorherigen steilen Anstiegs die Abfahrt. Auf dem Muggendorfer Sportplatz, der im Winter normalerweise zur Eisfläche wird, liegt in diesem Jahr nur Schnee. Das einzige Eis, das weit und breit zu sehen ist, sind die Eiszapfen an den Fußballtoren.

Ein herrlicher Anblick bot sich dafür auf die verschneite Neideck. Direkt über einem kleinen Schlittenhang thront sie in der Sonne. Eine Einheimische schaute ihren Kindern beim Rodeln zu und schwärmte über das tolle Panorama. Außerdem freue sie sich, denn ihre Familie kann bei diesem sonnigen Wetter raus in die Natur. Diesen Luxus hätten die Menschen in der Stadt eher weniger. Die Natur sei ein wichtiger Ausgleich in dieser Zeit.

„Der Aufstieg war besser als die Abfahrt“, sagte der Tourenskigeher.

14.02.2021 © Foto: Andrea Schrottenloher


Doch nicht nur unter der Neideck war ordentlich was los, auch nach oben zu der Ruine zog es einige Wanderer. Mit Nordic-Walking-Stöcken ausgerüstet, passend zu den nordischen Temperaturen, wagten viele den Aufstieg. Oben belohnte sie die wärmende Wintersonne und ein grandioser Ausblick über die verschneite Landschaft.

Das tolle Wetter lockte auch ein Pärchen auf die Gößweinsteiner Burg zum Picknick. Besser gesagt vor die Burg, denn deren Mauern sind nur von Mitte März bis Oktober für Besucher geöffnet. Ansonsten war in Gößweinstein nicht viel los. Nur hier und da traf man auf ein paar verstreute Wanderer oder Radfahrer.

Dieses Bild bot sich in vielen Teilen des Landkreises. Die Wanderparkplätze waren gut gefüllt, überwiegend mit Autos mit regionalen Kennzeichen. Dennoch verliefen sich die Menschen auf den zahlreichen Wegen. So kam es, ganz coronakonform, zu keiner Grüppchenbildung.

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Auch an den Karnbaum-Weihern nahe Forchheim war Abstand kein Problem. Die Eisläufer verteilten sich über die einzelnen Karpfenweiher. Diese sind, laut Schätzung eines Einheimischen, nach rund zehn Jahren das erste Mal wieder komplett durchgefroren. Das nutzten viele zum Eislaufen und Eishockey spielen. "Solange es geht, spielen wir hier jeden Tag Eishockey", erzählte der Mann außerdem. Die Weiher lagen an diesem Samstag so idyllisch in der Sonne, dass die dafür verantwortlichen eisigen Temperaturen schon fast in Vergessenheit gerieten.

ANDREA SCHROTTENLOHER

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