Neumarkter Masken-Affäre

Freie Wähler-Chef im Kreis Neumarkt nach Masken-Skandal schockiert

17.7.2021, 10:50 Uhr
War bekannt, dass sie gefälscht waren oder nicht: Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft nun nach.

War bekannt, dass sie gefälscht waren oder nicht: Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft nun nach. © Daniel Karmann

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und seinem Geschäftspartner „gewerbsmäßigen Betrug“ im Millionenhöhe vor. Die beiden Geschäftsführer einer Neumarkter Firma mit guten Kontakten nach China sollen dem Freistaat Bayern im großen Umfang importierte Schutzmasken verkauft haben, die von mindererer Qualität waren als von ihnen angegeben.

Zu dem konkreten Maskendeal im April 2020 hatte sich der Betroffene vor einigen Wochen öffentlich in den NN geäußert. Rund 11,5 Millionen Masken hatten er und sein Partner in einem Monat an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit geliefert. Zu den „damals marktüblichen Preisen“, die um die 50 Cent schwankten.

Dass nach den vielen Masken-Affären solche Geschäfte schnell unter Generalverdacht geraten, sei ihm bewusst, sagte der nun Tatverdächtigte damals, in seinem Fall sei er aber unbegründet. Allerdings merkte er auch an, dass er und sein Kompagnon anfangs, als die Offerte aus China kam, gerade in Fragen der Zertifizierung der Masken etwas blauäugig an die Sache herangegangen seien.

Deshalb kann sich FW-Kreisvorsitzender Günter Müller gut vorstellen, dass der Beschuldigte unwissentlich mit gefälschter Ware gehandelt habe. Auch weil der Vorwurf überhaupt nicht zum ihm passe: „Er ist auch ein sozial sehr engagierter Mensch.“ Müller hofft, dass sich die Angelegenheit schon bald zugunsten seines Parteifreunds aufklären wird.