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Mittwoch, 11.12.2019

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Abrissbagger knabbern an der alten Südstadt

An der Fichtenstraße wird der bisherige Uvex-Firmenkomplex in hochwertigen Wohnraum umgewandelt - 27.05.2010

Seit einigen Tagen machen sich die Bautrupps am ehemaligen Firmengebäude zu schaffen. Schon Ende des Jahres soll die erste Etappe des Projekts abgeschlossen sein. © Thomas Scherer


Anfang Mai sind 90 Mitarbeiter der Uvex-Sparte »Sports«, die hier seit 1984 für die vom Fürther Weltmarktführer produzierten und in der Südstadt gelagerten Helme und Skibrillen zuständig waren, an den Standort der Unternehmenszentrale auf der Hardhöhe umgezogen. Man habe mit dieser Verlagerung den »letzten Schritt einer langfristig geplanten Zusammenführung der Uvex-Gruppe an einem Standort« vollzogen, heißt es in einer Pressemitteilung.


Damit war der Weg frei für den Fürther Bauträger P§P. Wie berichtet, willder überaus agile Spezialist für Denkmal- und Altbausanierungen im Karree zwischen Fichtenstraße, Ludwigstraße und Benno-Meyer-Straße 69 Wohnungen im ehemaligen Firmenkomplex schaffen.

Nach Auskunft des zuständigen Architekten Roland Kunzmann sind inzwischen fast alle Einheiten verkauft, Ende 2010 schon soll dieser erste Bauabschnitt des Projekts unter dem Namen »City Central 3« fertiggestellt sein. Auf einer Brachfläche gleich nebenan wird dann bis zum Ende des Jahres 2011 ein Neubau mit 80 bis 90 kleineren Appartements entstehen.


Bewährtes Mittel

Die Voraussetzung für das Vorhaben hatte die Stadt im November geschaffen, indem sie zu einem bereits bewährten Mittel griff: Das gesamte, reichlich heruntergekommene Quartier wurde zum Sanierungsgebiet erklärt, um ihm neue Impulse zu geben. Wer hier Wohnraum erwirbt, der in umgestaltetem altem Gemäuer entstanden ist, wird vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt. Sowohl für Kapitalanleger als auch für Menschen, die selbst einziehen, wird der Kauf dadurch zum lukrativen Geschäft. Bis zu einem Drittel der Summe zahlt das Finanzamt zurück.

Die Stadt hofft, dass die Initialzündung für diesen Teil des Fürther Südens gelingt, den Oberbürgermeister Thomas Jung unlängst bei der Vorstellung der Pläne als »unterentwickeltes Eck« bezeichnete. Und tatsächlich wird direkt gegenüber ebenfalls gewerkelt: Eine unschöne Fassade wurde aufgehübscht, an Stelle des ehemaligen »Alhambra«-Kinos ist ein Neubau vorgesehen. Zudem verhandelt die Firma P&P, inzwischen an etlichen Stellen Fürths mit ihren Projekten präsent, einen Steinwurf entfernt bereits mit der evangelischen Kirche. Deren Gemeinde St. Paul will ihr reichlich überdimensioniertes Zentrum an der Benno-Meyer-Straße abstoßen und fasst einen kleineren Neubau unmittelbar neben der nahen Kirche ins Auge. Die nächste Spielwiese für Altbausanierer zeichnet sich ab.

Wolfgang Händel

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