Samstag, 23.01.2021

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Abschied von Kleeblatt-Legende Bernhard Bergmann

Ex-Libero und Rekord-Zweitligaspieler der SpVgg nach längerer Krankheit gestorben - 17.03.2020 12:10 Uhr

Bernhard Bergmann (re.), hier im Jahr 1979 bei der Entgegennahme des Pokals bei einem Turnier der NN in Nürnberg, war lange eine zentrale Figur bei der SpVgg.

16.03.2020 © Foto: Peter Vrbata


Der 1948 in Eckersmühlen bei Roth geborene Bergmann kam noch zu Zeiten der Regionalliga Süd, im Sommer 1970, vom TSV 04 Schwabach in den Ronhof. Unter "Trainer-Riese" Fred Hofmann entwickelte sich der 21-Jährige zum Stammspieler, anfangs noch im Mittelfeld. Dann entdeckte er die damals innovative Position des Liberos für sich.

"Er kam zu uns und hat sich erst einmal als Nachwuchsmann untergeordnet. Dann aber wurde er immer stärker und besser. Er war lange Zeit ein dominanter Spieler", erinnert sich Kleeblatt-Torhüterlegende Peter Löwer an seinen langjährigen Mannschaftskameraden. Technisch sehr stark sei Bergmann gewesen, er kurbelte, ähnlich wie Beckenbauer bei den Bayern, das Spiel von hinten an. "Seine Vorstöße brachten für den Gegner meist Gefahr", so Löwer.

Neben seiner beherrschenden Stellung auf dem Spielfeld – Bergmann war viele Jahre auch Kapitän der SpVgg – vertrat er die Position der Spieler auch entschieden gegenüber der Vereinsführung. Später brachte Bergmann diese Entschlossenheit in der Politik ein: Für die SPD saß er unter anderem im Stadtrat von Roth.

"Der Bernhard", betont Peter Löwer, "wäre jederzeit in der Lage gewesen, in die Bundesliga zu wechseln." Es gab, im Übrigen wie bei Löwer auch, tatsächlich zahlreiche Angebote für den auffälligen Führungsspieler. Doch wie es damals üblich war, hatte der Fußballspieler Bergmann nebenher noch einen "richtigen" Job: Er war Betriebsprüfer beim Finanzamt – und wählte lieber die Sicherheit.

Nur ein Verein

"Ich wollte meinen Beruf nicht aufgeben", sagte er vor vielen Jahren in einem Interview mit dem Vereinsmagazin der SpVgg zu seiner Entscheidung, seine ganze Karriere als Lizenzspieler bei der SpVgg Fürth zu verbringen. In der ewigen Rangliste des DFB für die Zweite Liga, die Willi Landgraf mit 508 Spielen anführt, steht Bergmann mit 331 Einsätzen auf dem 35. Platz.

Das Besondere im Vergleich zu vielen Spielern in dieser Liste (Landgraf spielte beispielsweise für den FC Homburg, den FC Gütersloh, RW Essen und Alemannia Aachen) ist, dass Bergmann alle Spiele nur für einen Verein absolvierte.

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Er kam insgesamt auf 470 Pflichtspieleinsätze (einschließlich Regionalliga und Pokal) für die Kleeblättler und erzielte dabei 31 Treffer. Und er ist der Feldspieler mit den meisten Einsätzen in der Geschichte der Ronhofer; nur die beiden Torhüter Peter Löwer (504) und Roland Kastner (491) standen in mehr Pflichtspielen für den Verein auf dem Rasen.

Nach seiner Lizenzkarriere spielte Bergmann noch als Spielertrainer für den TSV Schwabach und den TV Eckersmühlen. In den vergangenen Jahren lebte das Mitglied der Jahrhundert-Elf des Kleeblatts wegen seiner Alzheimer-Erkrankung allerdings zurückgezogen.

jos

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