Abwassergebühr kann stabil bleiben

20.3.2013, 13:00 Uhr
Kläranlagenchef Herbert Belian (von links), die Leiterin der Stadtentwässerung, Gabriele Müller, OB Thomas Jung und Baureferent Joachim Krauße nehmen in der Fürther Kläranlage die Arbeiten an den drei neuen Nachklärbecken unter die Lupe.

© Scherer Kläranlagenchef Herbert Belian (von links), die Leiterin der Stadtentwässerung, Gabriele Müller, OB Thomas Jung und Baureferent Joachim Krauße nehmen in der Fürther Kläranlage die Arbeiten an den drei neuen Nachklärbecken unter die Lupe.

18 Millionen Euro werden derzeit in der Kläranlage an der Erlanger Straße in den Sand gesetzt. So viel verschlingt der Bau von drei Nachklärbecken, jedes 53 Meter im Durchmesser. Gleichzeitig entstehen weitere Stauraumkanäle fürs Regenwasser und Pumpstationen. „Die Gebühren sind so kalkuliert, dass wir jährlich zehn bis zwölf Millionen Euro in den Ausbau und Unterhalt investieren können“, erklärt der Technische Betriebsleiter Herbert Belian.

Nachdem die Regenrückhalte-Einrichtungen im großen Stil erweitert worden sind, um die Stadt vor Überschwemmungen und die Flüsse vor dem Schmutz aus überlasteten Kanälen zu schützen, gilt sein Augenmerk nun wieder verstärkt der Kläranlage. Im Anschluss an den Nachklärbeckenbau ist eine Aufbereitungsanlage für die bei der Klärschlammentwässerung anfallende Flüssigkeit geplant.

Ein Ende der Bauarbeiten zeichnet sich nicht ab. Als nächste Ausbaustufe sieht Baureferent Joachim Krauße bereits die Notwendigkeit einer Reinigung des Abwassers von Arzneimittelrückständen auf die Stadt zukommen.

Neben den gesetzlichen Auflagen zum Gewässerschutz soll der kommunale Entwässerungsbetrieb auch ehrgeizigen, selbst gesteckten Zielen Rechnung tragen. Dazu gehört laut Belian die weitere Optimierung der Energieerzeugung der Kläranlage für den Eigenbedarf. Durch Ausnutzen von Abwasserwärme, wie es bereits im Rathaus praktiziert wird, und Solaranlagen am Rand der neuen Nachklärbecken soll der jetzt schon bei 60 Prozent liegende Deckungsgrad des eigenen Energiebedarfs noch weiter erhöht werden.

Dass die Abwassergebühr in Fürth trotz steigender Energie- und Personalkosten über elf Jahre konstant gehalten werden kann, wertet Oberbürgermeister Thomas Jung angesichts der Rahmenbedingungen schon als kleines Kunststück. Zwar ist die Zahl der Einwohner und damit auch der Gebührenzahler gestiegen, der Wasserverbrauch jedoch zurückgegangen. Neben dem Aus für einige Großverbraucher im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels sind wirksame Sparmaßnahmen und das geschärfte Umweltbewusstsein der Bürger dafür verantwortlich.

Wie die Leiterin der Stadtentwässerung, Gabriele Müller, erläutert, muss Fürth für die Abwasserreinigung 30 Prozent mehr Geld aufbringen als etwa Ingolstadt. Denn die Anforderungen bemessen sich am Volumen der Gewässer, in die Kläranlagen einleiten. Für Kommunen an kleinen Flüssen sind sie ungleich höher als für Gemeinden an großen Strömen.

 

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