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Donnerstag, 18.07.2019

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Architektouren: Kita mit fränkischem Dach

Kein Bau von der Stange ist der Awo-Kindergarten in Weiherhof - 02.07.2019 16:00 Uhr

Was sich Architekt Michael Sattler bei dem Bau des Kindergartens in Weiherhof gedacht hat, verriet er bei den Architektouren, die alljährlich seltene Einblicke ermöglichen. © Armin Leberzammer


Schließlich herrschen meist ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen – Kapazität, Kostenrahmen, Umfeld, Topografie –, die gegen ein einheitliches Bauen sprechen würden. "Außerdem macht es doch gerade den Reiz des Bauens aus, dass nicht ein Objekt dem anderen gleicht."

Sattler, der mit dem Erlanger Büro KJS+ im Jahr 2015 den Planungsauftrag für die Kita erhalten hatte, gab am Wochenende bei den Architektouren, zu denen die Bayerische Architektenkammer seit mehr als 20 Jahren einlädt, bereitwillig Auskunft über sein Projekt. Und das macht den Reiz der Veranstaltung aus: Die Besucher erfahren von Experten Hintergründe und baukundliche Details zu ausgewählten Objekten.

Eine Besonderheit der Weiherhofer Kita, die von der Awo betrieben wird, ist das an fränkischen Vorbildern orientierte Steildach. Das sei zwar eher untypisch für solche Einrichtungen, "soll sich so aber besser in die kleinteilige umgebende Wohnbebauung einpassen".

In den Hang geduckt

Um die Geräuschentwicklung möglichst gering zu halten, "duckt" sich der Baukörper nach Süden hin leicht in den Hang. Gleichzeitig wurde nutzbarer Raum und Volumen "wie in Form einer Schublade" in diese Himmelsrichtung hin vergrößert. Dank vielfältiger Blickachsen habe man es zudem geschafft, Höhe und Form des Hauses für die Kinder auch im Innern erlebbar zu machen, so der Architekt. In den Gruppenräumen, die Platz für über 80 Kinder in Krippe, Kindergarten und Hort bieten, habe man zum einen ein farblich zurückhaltendes Konzept verwirklicht. "Denn die Farbe bringen die Kinder und ihre Spielsachen dann von selbst hinein", findet Sattler.

Zum anderen wurde darauf geachtet, Materialien zu verbauen, die nicht über Monate oder gar Jahre Schadstoffe emittieren. Statt Teppichböden, die nach Lösungsmitteln riechen, wurden deshalb etwa Böden aus dem Naturprodukt Kautschuk verlegt.

Das Resultat: Kinder und Erzieher fühlen sich wohl. Das berichtete jedenfalls die stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte, Nicole Ansorge. Besonders gut gefallen ihr die vielfältigen Stauräume und die kleinen Fenster zu den Fluren hin. "Da schauen unsere Kinder immer gerne durch, um zu sehen, was denn die anderen so treiben." 

Armin Leberzammer

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