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Auf der Cadolzburg ging es einst tierisch zu

Zum mittelalterlichen Leben auf der Veste gehörten Pferde, Jagdhunde und edle Falken - 08.05.2019 14:00 Uhr

Pferden brachten die Herrschaften von einst besondere Wertschätzung entgegen: Sie waren vielseitig einsetzbar – auf der Jagd, im Kampf oder als Arbeitstiere. Bis zu 200 bevölkerten die Burg. Ihre Bedeutung macht eine Abteilung der Dauerausstellung klar. © Armin Leberzammer


Die Hohenzollernburg muss in früheren Jahrhunderten einem kleinen Zoo geglichen haben. Diesen Eindruck erweckt zumindest Rundgangsleiterin Marion Hindelang. Von größter Bedeutung waren damals wenig überraschend Pferde, ob als Jagd-, Kampf- oder Arbeitstiere.

"Sie waren so wertvoll, dass man ihnen hier oben eigens eine Art mittelalterliche Waschanlage gebaut hat", erklärt Hindelang und zeigt auf die sogenannte Pferdeschwemme. Dieses gemauerte Bassin war im Mittelalter mit Wasser gefüllt und diente dazu, die Rösser zu reinigen, aber auch zu tränken. Bis zu 200 Pferde bevölkerten die Cadolzburg seinerzeit.

Schlaraffia für Katzen

Weit weniger teuer, aber äußerst nützlich war die Katzenpopulation. "Die mussten anders als heute selbst für ihre Nahrung sorgen", betont die Rundgangsleiterin. Allzu lange auf die Pirsch musste wohl keine der Katzen gehen, tummelten sich rund um die kurfürstlichen Vorratsräume doch allerhand Ratten und Mäuse.

Heute wie damals Teil der Familie waren die Hunde, was nicht zuletzt einige der in der Dauerausstellung gezeigten historischen Stiche belegen. So blieben die Jagdhunde zwar in der Regel in der Vorburg, die Favoriten der Herrschaften, darunter auch Rassen, die heute als Schoßhunde durchgehen, waren jedoch stets dabei in der guten Stube – ganz gleich, ob dort eine große Gesellschaft eingeladen oder der Burgherr mit seinen Geschäften beschäftigt war. Anna von Sachsen, die Frau von Kurfürst Albrecht Achilles, soll darüber hinaus sogar Exoten wie dressierte Affen um sich geschart haben.

Die mittelalterliche Küche war – jedenfalls bei den höheren Ständen – sehr fleischlastig. Auf 300 Ochsen im Jahr taxiert Hindelang den Verbrauch auf der Cadolzburg. Dazu kamen Geflügel und das, was das umliegende Jagdrevier an Wildschweinen, Rehen und Hasen hergab. Anders als mancher glaubt, war die Jagd zur Zeit der Ritter nicht nur Männersache. Zwar waren es wohl eher kräftige Knechte und Burschen, die mit der knapp zwei Meter langen Saufeder den Wildschweinen nachstellten. Kleinwild wie Hasen oder Kaninchen jagten aber auch gerne die Damen – mit speziell ausgebildeten Falken. "Das war eine besonders prestigeträchtige Jagdmethode, weil sich diese Vögel nur sehr Wohlhabende leisten konnten", so Hindelang. Entsprechend galten Falken oder andere Greifvögel als gern gesehene Gastgeschenke.

Wer mehr über die tierischen Bewohner der Cadolzburg erfahren möchte, hat heuer noch wiederholt Gelegenheit dazu, schließlich haben die Museumsmacher 2019 zum Themenjahr "Tiere" erkoren.

InfoDie nächsten Veranstaltungen sind am 19. Mai "Tierisch gut – alte Kochrezepte neu entdeckt" und das Aktionswochenende Floh am 22. und 23. Juni. Weitere Infos unter: www.burg-cadolzburg.de 

Armin Leberzammer

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