Aufbau der Fürther Michaelis-Kirchweih geht in den Endspurt

CLAUDIA ZIOB

Fürther Nachrichten

29.9.2014, 22:05 Uhr
Die Aufbauarbeiten für die Michaelis-Kirchweih in Fürth laufen auf Hochtouren.

© Hans-Joachim Winckler Die Aufbauarbeiten für die Michaelis-Kirchweih in Fürth laufen auf Hochtouren.

Bevor er die Kirchweih am Freitag eröffnen kann, muss Oberbürgermeister Thomas Jung noch einen eher unangenehmen Termin hinter sich bringen: Am Dienstag steht in München die Güterichterverhandlung in Sachen Gustavstraße an. Jung hat in jüngster Zeit viele Gelegenheiten genutzt, um sich für eine lebendige Gustavstraße einzusetzen. Manchmal konnte man ihn dann auch von der Kirchweih reden hören – genauer: von der Sorge, dass auch sie in Gefahr geraten könnte.

Die Furcht, Anwohner aus dem Zentrum könnten es eines Tages den Klägern aus der Altstadt nachtun, mag Jung tatsächlich umtreiben; ihm dürfte allerdings auch bewusst sein, dass man mit düsteren Szenarien Ängste schüren und Stimmung machen kann. Das hörte sich dann so an: Jung berichtete davon, dass vor Jahren diskutiert wurde, das Kärwa-Treiben näher an St. Michael heranzurücken. Hätte man das gemacht, sagte er mit Blick auf die Gerichtsentscheidungen zum Lärmschutz in der Gustavstraße, wäre es heute vorbei damit.

Die Urteile, warnte er einmal mehr, könnten „unmittelbare Bedeutung für Volksfeste“ haben: „Daher ist der Kampf um die Gustavstraße auch ein Kampf um die Kärwa.“ Ausdrücklich dankte er den Anwohnern des Kirchweihgeländes. Immerhin: Noch hat keiner angekündigt, gegen das Fest vorzugehen, wie Rechtsreferent Christoph Maier sagte.

Unterstützung im Einsatz für die Gustavstraße sicherte Helmut Dölle, Vorsitzender der Fürther Schausteller, der Stadt zu. Er erinnerte daran, dass die Kirchweih im Zusammenspiel von Wirten und Schaustellern entstand. Gespannt ist Dölle, ob der Deutsche Schaustellerbund mit der Bewerbung um den Unesco-Weltkulturerbe-Titel für die „Volksfestkultur in Deutschland“ Erfolg haben wird.

Keine Spur von Ballermann

Dölle bedankte sich zudem bei der Firma MIB, die die Neue Mitte während der Kirchweih weiterbaut. „Alles musste umgeordnet werden, das hat wunderbar geklappt.“ Wie versprochen hat MIB auch dafür gesorgt, dass die Moststraße passierbar ist.

Während sich im Zentrum, wo die Schausteller emsig hämmern, Schrauben festziehen und Glühbirnen einsetzen, schon Kärwastimmung ausbreitet, erledigte mit der Pressekonferenz auch die Stadtspitze ihre Aufgabe: Wirtschaftsreferent Horst Müller wies darauf hin, dass es in den letzten Jahren gelungen sei, die Kirchweih „behutsam“ fortzuentwickeln und die Besucherzahl zu verdreifachen. Auch heuer werden wieder 1,5 Millionen Gäste erwartet. Damit sieht er jedoch die Grenze erreicht.

Froh ist er, dass sich die Kärwa der „Ballermannisierung“ anderer Feste entzogen habe und ein „sichereres Familienfest“ bleibe: Auf dem Annafest in Forchheim habe es 300 Polizeieinsätze gegeben. Bei der Michaeliskirchweih 2013 wurde die Polizei etwa 15 Mal gebraucht.

Schon ab Montagabend, 18 Uhr, herrscht im Stadtverkehr wieder der Ausnahmezustand, Informationen dazu finden sie hier. Weitere aktuelle Informationen rund um die Kirchweih gibt es unter: www.michaeliskirchweih.de, www.stadtverkehr-fuerth.de sowie www.vag.de.

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