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Donnerstag, 23.01.2020

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Ausdehnung von Oberfürberg ist beschlossen

30 Hektar zwischen dem nördlichen Ortsrand und Südwesttangente sollen mit Eigenheimen bebaut werden - 11.02.2010

Auf dem freien Feld am nördlichen Ortsrand von Oberfürberg sollen abschnittsweise 700 bis 800 neue Wohneinheiten entstehen - angebunden über die Verlängerung der Straße Am Europakanal. © Edgar Pfrogner


Die vielen besorgten Oberfürberger auf den Zuhörerplätzen im Technischen Rathaus bemühte sich Oberbürgermeister Thomas Jung mit dem Hinweis zu beruhigen, dass es viele Jahre dauern könne, bis das gesamte Gebiet besiedelt sei. Gebaut werde nur nach Bedarf, und der sei entgegen dem Bundestrend in Fürth weiter im Zunehmen begriffen.

Kritikern aus dem neuen Bürgerverein «Rettet Fürberg», die vorrangig das Bebauen innerstädtischer Freiflächen fordern, hielt Jung entgegen, man könne den Menschen nicht vorschreiben, wo sie wohnen sollen. Außerdem verfüge die Stadt über keine vergleichbaren Freiflächen im Grünen. Und ökologisch sinnvoller als das Ausweisen neuer Baugebiete im Landkreis sei die Ansiedlung am Stadtrand allemal.

Für Planung und Entwicklung des Neubaugebiets zeichnet das Pforzheimer Ingenieurbüro L.I.-Consult GmbH verantwortlich. Die Stadt muss dafür keinen Cent bezahlen. Geschäftsführer Egbert Irmscher berichtete, dass inzwischen sämtliche Eigentümer der bislang landwirtschaftlichen Grundstücke – dazu gehört auch die Stadt Fürth – verkaufsbereit sind. Die meisten wollen das Bauland später zurückkaufen, um es selbst zu verwerten.

Der Kirchenweg wird nach Ansicht von Jung als Zufahrtsstraße ins Neubaugebiet nicht benötigt, da die Anbindung über die Straße Am Europakanal erfolgen soll. Lediglich dem Bus müsse die Passage ermöglicht werden. Während Baureferent Joachim Krauße die Ansiedlung gut situierter Eigenheimbewohner als vorteilhaft einstufte, meldete die CSU Skepsis an. «Gigantisch, was da am Stadtwaldrand versiegelt werden soll», gab Waldpfleger Herbert Schlicht zu bedenken. Auch nach Ansicht von SPD-Stadtrat Günter Witzsch ist das Gelände zur Bebauung nicht geeignet. Witzsch prangerte den «völlig sinnlosen Wettbewerb» mit dem Landkreis an und misstraute der positiven Bevölkerungsprognose. Für den Baureferenten ist die erfolgreiche Vermarktung jedoch weniger eine Frage der Bevölkerungsentwicklung, als vielmehr der geschickten Werbung. Die Nahversorgung soll mit dem an der Breslauer Straße geplanten Einkaufszentrum sichergestellt werden. Außerdem sieht das Besiedlungskonzept einen weiteren Supermarkt im Zentrum des stark erweiterten Stadtteils vor. Der ökologische Ausgleich ist nach Kraußes Worten weitgehend durch Anpflanzungen im Neubaugebiet möglich. Darüber hinaus kann sich die Kommune mit Zustimmung des Bauausschusses eine Ausgleichsfläche am Ronhofer Wäldchen sichern – im Gegenzug zur umstrittenen Bebauung zweier Grundstücke direkt am dortigen Waldrand. Der Verein «Rettet Fürberg» wird die Situation in einer öffentlichen Versammlung heute um 19.30 Uhr im Hotel Forsthaus beraten. VOLKER DITTMAR

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