Ausschank für die Fußballfans

29.7.2012, 10:00 Uhr
Die Stimmung war bestens, doch wegen des Massenansturms kam es bei der spontanen Aufstiegsfeier Mitte April zu teils bedrohlichen Zuständen in der Gustavstraße. Das will die Stadt künftig vermeiden.

© Hans-Joachim Winckler Die Stimmung war bestens, doch wegen des Massenansturms kam es bei der spontanen Aufstiegsfeier Mitte April zu teils bedrohlichen Zuständen in der Gustavstraße. Das will die Stadt künftig vermeiden.

Die Entscheidung über einen entsprechenden Antrag der Wirtegemeinschaft in der Gustavstraße musste der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung Knall auf Fall treffen — denn wegen der Sommerpause kommen die Kommunalpolitiker erst wieder im September zusammen, also nach dem Bundesliga-Auftakt im Ronhof am Nachmittag des 25. August (Anstoß 15.30 Uhr).

Um ähnlich chaotische Zustände zu vermeiden wie bei der spontanen Fete nach dem geglückten Sprung ins Oberhaus Mitte April, stimmten die Stadträte dem Schnellschuss zu. Damals war es zu bedrohlichen Engpässen gekommen, weil die Fans massenhaft in die Kneipen drängten, um sich Getränke zu besorgen; der „Gelbe Löwe“ musste anschließend zwecks Renovierung sogar zwei Tage geschlossen bleiben. Zudem zerdepperten viele Besucher euphorie- und alkoholbefeuert Flaschen und Gläser auf dem Straßenpflaster. Der Gang durch die Gustavstraße war mit Verletzungsrisiko behaftet.

Zwei Wochen später, am Abend der offiziellen Aufstiegsfeier, war der Ansturm nicht weniger groß, doch die Situation erheblich entspannter — auch dank der Ausschankstätten im Freien und dank Plastikbechern behielt man die Kontrolle.

Für den städtischen Wirtschaftsreferenten Horst Müller steht außer Frage, dass es zu vergleichbaren, ja zu noch größeren Menschenansammlungen in der Altstadt während der ersten Bundesliga-Saison des Kleeblatts des Öfteren kommen wird. Spätestens seit dem aufsehenerregenden Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund werde die Gustavstraße in Fanforen und Fußballblogs bundesweit als angesagte Feiermeile gehandelt.

Konzept in Arbeit

Zum mobilen Ausschank, der sich an den Gepflogenheiten beim Graffl-Markt und beim Fürth Festival orientiert, gibt es deshalb in Müllers Augen während der warmen Jahreszeit keine Alternative. Natürlich dürfe es allein dabei nicht bleiben: Die Kommune stricke in Zusammenarbeit mit Polizei und Verein an einem Konzept, das die Fans in Bahnen lenkt.

Der 25. August wird zur Bewährungsprobe, denn gleich zum Auftakt reist mit Bayern München einer der attraktivsten Gegner an, der aus der nur 150 Kilometer entfernten Landeshauptstadt zahlreiche seiner Fans mitbringt. Schon drei Wochen später kommt mit Schalke 04 ein ähnlich anhängerstarker Verein in den Ronhof.

Die Genehmigung zum Zapfen im Freien — von ihr profitieren Kaffeebohne, Gelber Löwe, Pfeifndurla und Bar — ändert allerdings nichts an der festgezurrten Sperrzeit: Schluss muss auf den Flächen vor der Tür um 23 Uhr sein. Dennoch ist mit einer weiteren Zuspitzung der ohnehin stark angespannten Situation in der Gustavstraße zu rechnen: Jene Anwohner, denen die Lärmbelastung bereits jetzt viel zu hoch ist, dürften über die herbeiströmenden Fußballfans wenig begeistert sein.

Auch Fürths Rechts- und Ordnungsreferent macht sich keine Illusionen. Man müsse zugeben, dass die Kommune nun von einem Stadtratsbeschluss aus dem Vorjahr abweiche; damals habe man sich darauf verständigt, keine neuen Veranstaltungen in der Gustavstraße mehr zuzulassen. Nach den 17 Bundesliga-Heimspielen stünden jetzt aber „17 neue Veranstaltungen ins Haus“, so Maiers Einschätzung.

Auch er steht jedoch hinter der Ausschank-Freigabe: „Wir wollen damit ja nicht dem organisierten Alkoholismus Vorschub leisten, sondern erreichen, dass die Leute sagen: In Fürth war’s schön.“
 

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