Aussichtsdeck am Flussdreieck

13.11.2007, 00:00 Uhr
Aussichtsdeck am Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz: Bei der offiziellen Präsentation des neu gestalteten Flussdreiecks zeigten sich alle Beteiligten höchst zufrieden.

© Hans-Joachim Winckler Aussichtsdeck am Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz: Bei der offiziellen Präsentation des neu gestalteten Flussdreiecks zeigten sich alle Beteiligten höchst zufrieden.

Das nasskalte Novemberwetter und die winterkahlen Bäume ringsum bildeten heute nicht gerade die charmanteste Kulisse für die Präsentation einer Stelle, die bei schönem Wetter zum Verweilen, Nachdenken, vielleicht auch Träumen einladen soll. Oberbürgermeister Thomas Jung und weitere Vertreter der Stadt beschränkten sich denn auch aufs Wesentliche. Für 53 000 Euro wurde ein Ort neu gestaltet, der laut Jung «von besonderer Bedeutung für ganz Franken ist, denn immerhin vereinigen sich hier zwei Hauptflüsse der Region«.

Das längst marode Mäuerchen im Flüssedreieck wurde abgerissen und durch eine trapezförmige Holzplattform ersetzt. Davor, rings um die alte steinerne Windrose, befindet sich nun ein mit Rasenfugenpflaster befestigter Platz. Das Gebüsch am Ufer wurde vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt in Nürnberg gerodet. Blöcke aus Muschelkalk bieten Spaziergängern, Radlern am Endpunkt des Rednitzradwegs und Anglern einen Sitzplatz zum Ausruhen oder zum Warten auf den großen Fang.

Wie Wolfram Hirt, im Grünflächenamt zuständig für Planung und Neubau, erklärte, hat die Stadt Wert auf natürliche Materialien, einen hochwassersicheren Unterbau der Holzkonstruktion und eine einfache Gestaltung des Areals gelegt. Ziel war es, das Wasser «sichtbar und erlebbar« zu machen, sagte Hirt. Und der OB betonte, dass dies keine Bühne für Konzerte und andere Vorführungen sei, sondern ein «Ort der Stille«.

Der Blick kann frei über die winzigen Wellen schweifen, die zu drei Seiten schwappen. Fast frei. Denn die alte Eiche ganz vorne durfte doch bleiben. Ingeborg Höchstädter und Erika Enslein-Löhlein hatten für ihren Erhalt gekämpft. Mit Erfolg. Die Stadt plante um, die Eiche blieb. Sie wird Enslein-Löhlein weiterhin an die ersten Kletterversuche ihrer Kinder erinnern und vielleicht auch daran, dass schon der spätere Verleger Leopold Ullstein als Knabe in ihren Ästen gesessen und aufs Wasser geblickt haben soll.BIRGIT DACHLAUER