Ausweichgleise für die S-Bahn?

23.2.2012, 22:00 Uhr

© André De Geare

In einem Schreiben an das bayerische Verkehrs- und Wirtschaftsministerium warnt Maly, dass die permanente Unpünktlichkeit auf der Linie S1 auch mit neuen Zügen nicht in den Griff zu bekommen ist.

Wegen des anhaltenden Streits zwischen der Bahn und Fürth über den Verschwenk gebe es noch für mindestens fünf Jahre einen Streckenengpass, der den reibungslosen Betrieb der S-Bahn weiter verhindert. Aus Sicht des Zweckverbands des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (ZVGN) sollten deshalb wenigstens die zwei neuen Gleise zwischen Fürth-Hauptbahnhof und Fürth-Stadeln komplett fertiggestellt und mit Weichen an die Bestandsstrecke angebunden werden.

Ein Bypass

So entstünde auf wenigen Kilometern eine Art Bypass, um den Bahnhofsknoten Fürth zu entlasten und zu verhindern, dass sich Unpünktlichkeiten aufschaukeln „Mit der heute bestehenden Infrastruktur in Fürth/Hbf. kann immer nur eine S-Bahn den Bahnhofsbereich durchfahren“, so Maly. Im bayerischen Verkehrsministerium steht man der Idee grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber und hält sie als „Übergangslösung“ für denkbar. „Mit der DB AG werden derzeit Gespräche mit dem Ziel geführt, eine solche Zwischenlösung zu erreichen“, so eine Sprecherin.

Die Frage wird nur sein, wer die Maßnahmen bezahlt, um den Verkehr auf der S1 zu entzerren, bis die eigentliche Strecke steht. In Bahnkreisen wird mit einem Aufwand von mindestens drei Millionen Euro gerechnet, die der Konzern aber wohl in keinem Fall tragen will. Mit Blick auf die Kundenzufriedenheit, „die ja unser aller Anliegen ist“, hofft Maly dennoch auf eine baldige „Finanzierungslösung“ zwischen dem Freistaat Bayern und der Deutschen Bahn.

 

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