Sonntag, 17.11.2019

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Awo: Stricknadeln klapperten für einen guten Zweck

Aufruf, Schals gegen "soziale Kälte" herzustellen, stieß auf überwältigende Resonanz - 16.10.2019 21:00 Uhr

Die fleißigen Damen des Weiherhofer Strickteams legen letzte Hand an die kunterbunten Teile an. Jeder Schal und jede Mütze bekommt ein Awo-Etikett und ist damit als ein Unikat ausgewiesen. © Hans-Joachim Winckler


Anlass war die Gründung des Wohltätigkeitsverbands vor 100 Jahren und die Idee der Weiherhofer Vorsitzenden Heidi Übler, mit dem Stricken ein Zeichen gegen soziale Kälte zu setzen

Die unglaubliche Menge von 700 Schals nicht nur gegen winterliche Temperaturen entstand: kunterbunte und extra lange Exemplare, Unikate mit Zopfmustern oder aus filigraner Häkelei, aus Wollresten zusammengestellte Teile und aus wertvoller Alpakawolle. Damit es nicht langweilig wurde, stellten die Handarbeiterinnen zusätzlich Mützen oder Patchworkdecken her. Jetzt im Endspurt etikettierten die Helferinnen in Weiherhof jedes einzelne Teil mit dem Awo-Logo.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Vielfalt lieferte eine Modenschau anlässlich des Zirndorfer Herbstmarktes. Dort wurden die Strickwaren vorgeführt, es gab viel Applaus. An einem spätsommerlichen Tag blieben die Käufer allerdings zurückhaltend. Die Nachfrage nach Schals steigt eben erst, wenn die Temperaturen fallen.

Die Awo wird die Handarbeiten deshalb in den kommenden Wochen verkaufen, und zwar hauptsächlich auf den Weihnachtsmärkten im Landkreis. Es wird eine Spende mindestens in Höhe des Wollwertes erwartet, also zwischen 10 und 30 Euro. Wer mehr geben möchte für ein handgearbeitetes Unikat, der kann das natürlich gerne tun.

Vor den ersten Märkten ist noch eine große Aktion geplant: Am Donnerstag, 14. November, soll sich ab 11 Uhr in Zirndorf eine Menschenkette vom Rathausplatz bis zum Pfarrhof bilden. Eingeladen sind alle, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen wollen. Symbolisch werden Schals die Menschen verbinden. Gast wird Inge Aures sein, die die Schirmherrschaft übernommen hat. Die stellvertretende Präsidiums-Vorsitzende der Awo Ober- und Mittelfranken wird zur aktuellen Situation im Pfarrhof (bei schlechtem Wetter im Gemeindesaal) Stellung nehmen.

Und das Beste kommt zum Schluss: Wer eines der wolligen Exemplare erwirbt, hilft sich nicht nur selbst gegen eisige Temperaturen, sondern auch anderen. Der Erlös der Aktion geht an Menschen, die die Tafeln im Landkreis Fürth aufsuchen. Sie erhalten Gutscheine für ein Essen, das ihnen in ihrem jeweiligen Heimatort in einem Gasthaus serviert wird. Ob es Bratwurst oder Gänsebrust sein wird, entscheiden die Käufer der Schals. Auch der Tag des gemeinsamen Essens ist symbolisch: Es ist der 13. Dezember. Im Jahr 1919 wurde an diesem Datum die Awo in Berlin von Marie Juchacz gegründet.

Beate Dietz

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