Donnerstag, 24.10.2019

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Bäder-Programm: "Nur ein Tropfen auf den heißen Stein"

Auch Zirndorf hatte auf die Fördermittel des Freistaats gehofft - 14.07.2019 16:00 Uhr

Auch Zirndorf würde sich über einen Zuschuss beim Bau eines Nichtschwimmerbeckens freuen. © Hans-Joachim Winckler


Das Nichtschwimmerbecken ist ein Dauerbrenner, seit es 2003 dem Hallenbad-Neubau zum Opfer fiel. Auch während der Haushaltsberatungen für 2019 kam es wieder aufs Tapet: Da forderten die Freien Wähler, eine Million Euro für das zusätzliche Becken im Bibertbad einzustellen. Was am Ende blieb, waren schmale 50.000 Euro, gedacht für die Planung.

Bereits damals keilte Bürgermeister Thomas Zwingel gegen FW und CSU, sie könnten ja mal bei ihren Parteikollegen im Landtag darauf drängen, ein Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder aufzulegen. Das war zu diesem Zeitpunkt auch schon im Gespräch, nur noch nicht in trockenen Tüchern.

Anfang Juni nun verkündete die Staatsregierung, den Kommunen mit einem "wuchtigen" Förderprogramm für die Sanierung ihrer Freibäder unter die Arme zu greifen. Innerhalb der nächsten sechs Jahre stellt der Freistaat dafür insgesamt 120 Millionen Euro bereit.

Ob dieser Fördertopf nicht auch für den Neubau des Nichtschwimmerbeckens angezapft werden könnte, wollte die CSU in Person von Stadträtin Ursel Rauch per Anfrage im Stadtrat jetzt von der Verwaltung wissen. Die fragte bei der Regierung von Mittelfranken nach und bekam nach den Worten von Bürgermeister Thomas Zwingel die Auskunft, es lägen noch keinerlei Ausführungsbestimmungen oder Regelungen für dieses Förderprogramm vor, insoweit erhielt die Bibertstadt auch keine konkrete Aussage.

Seine Meinung zu dem vollmundig angekündigten Programm machte Zwingel allerdings sehr deutlich. Heruntergerechnet aufs Jahr blieben bayernweit 20 Millionen, "dafür kann man maximal fünf Bäder sanieren, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein". Auch auf bayerischer Gemeindetagsebene habe man sich mit dem Programm befasst und die Rechnung für die sieben Regierungsbezirke aufgemacht: Für den Einzelnen blieben keine drei Millionen Euro.

"Angesichts des Sanierungsbedarfs ist das ein Witz. Und die Höhe ist, dass dieses Geld vom allgemeinen Finanzausgleich für die Kommunen abgezwackt werden soll", so Zwingel. Alles in allem machte er wenig Hoffnung, dass ein Nichtschwimmerbecken über das Sonderprogramm mitfinanziert werden könnte. Je nach Variante dürfte dessen Bau zwischen 1,2 bis 2,5 Millionen Euro kosten.

Auf Nachfrage machte Zwingel einmal mehr sein Unverständnis über Forderungen nach einem Nichtschwimmerbecken aus den Reihen des Stadtrates deutlich: Einerseits verlangten die Stadträte, das jährliche Defizit im Bibertbad herunterzufahren und die Belegschaft zu verringern, um Personalkosten zu sparen, wollten aber andererseits zusätzlich das Nichtschwimmerbecken. "Das ist die Quadratur der Kreises, das funktioniert einfach nicht."

Sabine Dietz

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