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Beim S-Bahn-Ausbau ist Geduld gefragt

Fürther müssen weiterhin mit lästigen Baustellen leben — Trassenstreit kommt in die heiße Phase - 28.10.2012 10:00 Uhr

Es gibt noch einiges zu tun im Fürther Bogen: So ist der Bahnsteig am Haltepunkt Unterfarrnbach immer noch ein Provisorium. In diesem Jahr wird sich das auch nicht mehr ändern. © Hans-Joachim Winckler


Vieles ist geschafft. Der Hauptbahnhof hat einen Mittelbahnsteig für die S-Bahn samt zusätzlichem Gleis bekommen. Für eben jenes Gleis wurde die Brücke über die Schwabacher Straße erweitert und — mit wesentlich mehr Aufwand — die Siebenbogenbrücke. Weitere Baustellen, die mit mehr oder minder großen Verkehrsbehinderungen verbunden waren — die Unterführung am Scherbsgraben oder die Hardbrücke — sind abgeschlossen.

Ende Dezember 2012 hieß es, irgendwann einmal sollten die Arbeiten für den Ausbau der S-Bahn-Strecke im Fürther Bogen beendet sein. Das ist jener Teil der Bahntrasse nach Erlangen, der sich an die Siebenbogenbücke anschließt und dann in einem großen Bogen bis nach Stadeln führt.

„Wir haben rund 75 Prozent der Arbeiten geschafft“, sagt Christian Hartmann von der Arge Fürther Bogen, ein Verbund von Bauunternehmen, der für den Ausbau der Strecke in diesem Bereich verantwortlich ist. Mehr lässt sich Hartmann nicht entlocken und verweist an die Pressestelle der Deutschen Bahn.

Bei DB-Sprecher Frank Kniestedt erfährt man beispielsweise, dass der Aufzug am S-Bahnsteig im Hauptbahnhof „bis Jahresende“ in Betrieb gehen soll. „Kann also auch früher sein.“ Die Arbeiten am Haltepunkt Unterfarrnbach, der künftig „Klinikum“ heißen soll, werden „im Frühjahr 2013“ aufgenommen. Dann soll aus dem Provisorium ein ordentlicher Mittelbahnsteig werden. Gearbeitet wird längst an der Regnitztalbrücke. Das im Volksmund „Donnerbrücke“ genannte Bauwerk erhält ebenfalls einen Anbau für das S-Bahn-Gleis, das bislang aber nur in einem Teil des Fürther Bogens verlegt ist. Das, sagt Kniestedt, hänge an der Unklarheit über die weitere Planung: Kommt der Verschwenk oder kommt er nicht?

Diese Aussage ringt dem städtischen Baureferenten Joachim Krauße nur ein müdes Lächeln ab. Nach seiner Meinung könne die DB das Gleis problemlos bis zur Donnerbrücke verlegen. „Aber die Bahn versucht alles, um mit Randthemen den Verschwenk durchzudrücken.“ Wie ausführlich berichtet, soll die S-Bahn-Trasse nach dem Willen der Bahn hinter der Brücke einen Schwenk durch das Knoblauchsland machen. Die Stadt hält das für unsinnig und fordert den Bau entlang der bestehenden Strecke Richtung Erlangen.

Noch ist alles offen. Laut Krauße steht ein Bericht der Regierung von Mittelfranken an das Eisenbahnbundesamt aus, das am Ende entscheiden muss. Zudem fällt das Berliner Verwaltungsgericht im November ein Urteil. Die Stadt führt Klage gegen die Bahn, weil diese wichtige Daten zurückhalte, um den Kosten-Nutzen-Faktor der Strecke neu zu berechnen.

Offen scheint auch dieser Punkt: Im Juli 2011 berichteten die FN, dass ein Unternehmen im Auftrag der Arge Fürther Bogen Hunderte von großen Bohrpfählen links und rechts der Gleise nicht auftragsgemäß im Boden verankert hat. DB-Sprecher Kniestedt sprach damals von „Pfusch am Bau“. Und heute? Die Arge schweigt sich aus, und Kniestedt sagt: „Wir drängen auf die richtige Qualität.“ Derzeit laufe ein Verfahren, das Eisenbahnbundesamt müsse „die Sanierung der Bohrpfähle“ genehmigen. Und wie wird saniert? „Das soll relativ elegant erfolgen“, lautet Kniestedts Kommentar. Vieles scheint noch in der Schwebe.

JOHANNES ALLES

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