Bio-Boom: ebl-Zentrale soll wachsen

7.1.2020, 11:00 Uhr

© Foto: Ron Hübner

Erst im Oktober hatte die Stadt vermeldet, dass alle in ihrem Besitz befindlichen Grundstücke im Gewerbegebiet Hardhöhe West verkauft und demnächst auch bebaut sind. Doch noch ist Bewegung auf dem 230 000 Quadratmeter großen Areal. Die Naturkostkette ebl, die sich als erstes Unternehmen dort niedergelassen hat, plant nun, ihre Zentrale auf dem Gelände zu erweitern. Die derzeitige Nutzfläche von insgesamt rund 7500 Quadratmetern könnte sich dabei ungefähr verdoppeln. Insgesamt hat sich ebl etwa drei Hektar Grund gesichert.

Derzeit befinde man sich in der Planungsphase, sagt Gerhard Bickel, Gründer und Geschäftsführer der ebl-Kette, auf FN-Nachfrage. Im Frühjahr, so die Idee, soll der Bauantrag bei der Stadt eingehen, im Herbst 2021 sollen dann die neuen Gebäude in Betrieb gehen.

Dass Bickel, der den Biofachmarkt 1994 aus der Taufe hob, derart vorausschauend plant, hat zwei Gründe. Zum einen wächst die Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln weiter. Ein Ende dieser Entwicklung sieht er vorerst nicht – im Gegenteil: "Immer mehr Menschen begreifen, wenn sie einen Blick auf die Welt werfen, dass die ökologische Landwirtschaft die einzig sinnvolle Methode ist", sagt er. Und verweist auf die positive CO2-Bilanz bei dieser Form des Ackerbaus, die durch Bodenlebewesen und Pflanzenvielfalt mehr Kohlendioxid binde als konventionelle Landwirtschaft.

Mit Blick auf den Trend möchte Bickel vermeiden, dass sich ein Problem wiederholt. 2007 nämlich platzte der damalige Standort der ebl-Zentrale am Nürnberger Nordostbahnhof aus allen Nähten, die Planungen für einen neuen Firmenstandort waren schon weit gediehen. Allein, es fand sich kein geeignetes Areal. Lange habe man gesucht, so Bickel, schließlich wurde man im Gewerbegebiet im Fürther Westen fündig.

Als erstes Unternehmen ging die ebl-Zentrale dort im Dezember 2012 an den Start – etwas später als erhofft, weil zunächst mehrere Fliegerbomben, die im Zuge der Bautätigkeit zu Tage befördert wurden, dann heftige Regenfälle das Vorhaben ausgebremst hatten.

Um bei Bedarf weiter expandieren zu können, sicherte man sich auf dem Gelände gleich mehr Platz als zunächst benötigt. 1,5 Hektar sind derzeit noch unbebaut; dort sollen nun bestimmte Bereiche des Unternehmens erweitert werden.

Bickel hat vor allem die Küche im Blick, von der aus die ebl-Märkte beliefert werden, die einen Mittagstisch anbieten. Aber auch die allgemeinen Lager- und Logistikflächen sollen ausgebaut werden. In umsatzstarken Zeiten, wie vor Ostern oder Weihnachten, stoße man bereits an Grenzen. Mit Bedacht müsse nun ausgelotet werden, wie groß die Anbauten werden sollen; zu viel Land wolle man nicht versiegeln.

Auch das Filialnetz – das derzeit 29 Standorte in der Metropolregion bis nach Würzburg umfasst – will Bickel behutsam ausbauen und dabei mehr auf Qualität als auf Quantität setzen. Zwei Biomärkte gibt es in Fürth, einen in den Malzböden, dem ehemaligen Humbser-Brauhaus in der Südstadt, einen weiteren in unmittelbarer Nähe der Zentrale im Gewerbegebiet.

Insgesamt beschäftigt die Naturkost-Kette knapp 600 Mitarbeiter; ihre Ware bezieht sie von rund 500 Bio-Bauern und -Lieferanten. 30 Prozent des Umsatzes stammen aus näherer Umgebung, einem Radius von rund 130 Kilometern rund um Fürth und Nürnberg.

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