Bundestagswahl: Die Fürther SPD setzt auf Carsten Träger

19.9.2016, 21:00 Uhr
Carsten Träger (re.) nimmt nach seiner Wahl die Glückwünsche der SPD-Spitze entgegen. Auf unserem Bild gratuliert der Fürther Kreischef der Partei, Horst Arnold.

Carsten Träger (re.) nimmt nach seiner Wahl die Glückwünsche der SPD-Spitze entgegen. Auf unserem Bild gratuliert der Fürther Kreischef der Partei, Horst Arnold. © Foto: Leberzammer

Noch sitzen Union und SPD gemeinsam am Kabinettstisch, doch Vorboten des anstehenden Bundestagswahlkampfs sind bereits jetzt unübersehbar. Es fühle sich so an, als ob den Koalitionären in Berlin die Gemeinsamkeiten allmählich ausgehen, sagte Carsten Träger in seiner Bewerbungsrede in der Fürther Stadthalle. Einer Fortsetzung der Großen Koalition wolle er daher nicht das Wort reden.

„Ich kämpfe aber auch nicht für einen Platz in der Opposition, sondern dafür, dass wir im nächsten Jahr 30 Prozent erringen“, so der 42-Jährige. Ein Ziel, das nicht utopisch sei, wenn man sich die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern ansehe. Auch dort lagen die Sozialdemokraten in den Umfragen lange Zeit bei 20 Prozent, konnten den Urnengang aber letztlich doch für sich entscheiden.

Im Bund ist der Weg dorthin noch denkbar weit. Umso wichtiger sei es, den Bürgern offensiv und selbstbewusst zu verdeutlichen, dass „die SPD einen guten Job gemacht hat für diejenigen im Land, die es am nötigsten brauchen“. Träger verbuchte Themen wie Mindestlohn, Rentenpaket, Energiewende und Entlastung der Kommunen auf der Habenseite der Genossen. Damit habe man sich eine gute Ausgangsbasis erarbeitet: „Wenn Glaubwürdigkeit die Münze der Politik ist, dann haben wir viel auf dieses Konto eingezahlt.“

Attacken auf Schmidt

Dem aktuellen Mandatsträger des Wahlkreises, Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), warf Träger „Stillstehen und Kopf einziehen“ gegenüber der Lobby im Agrarsektor vor. Es gebe kein Konzept gegen das Höfesterben und für mehr regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum. „Jedes Dorf hat mittlerweile ein Einzelhandelszentrum, aber keinen Metzger oder Bäcker mehr im Zentrum“, kritisierte er.

Es sei indes zu früh, um in den Wahlkampfmodus zu verfallen. Diese Erkenntnis hielt den SPD-Kandidaten, der im Bundestag im Beirat für nachhaltige Entwicklung sowie im Umweltausschuss tätig ist, jedoch nicht davon ab, vermeintliche Versäumnisse von CDU und CSU anzuprangern: „Was ist aus deren Wahlprogramm geworden? Entlastung des Mittelstands? Kalte Progression? Das wurde ja nicht einmal versucht.“

Neben dem Direktkandidaten wurden auch die Delegierten für die Landesvertreterversammlung zur Aufstellung der Landesliste gekürt. Die Wahl fiel auf Horst Arnold, Sandra Hauber, Maria Ludwig, Harry Scheuenstuhl und Carsten Träger.

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