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Bunte Hügel ade: Markanter Spielplatz ohne Macken

Neue Anlage ersetzt das Pannenareal im Fürther Südstadtpark - 28.07.2016 06:00 Uhr

Drei grasgrüne Bänke, sechs Spielgeräte für etwas ältere Kinder und drei für die Kleinen: So sieht das Spielplatzkonzept für den Südstadtpark aus.

26.07.2016 © Foto: Hans-Joachim Winckler


FÜRTH — Es ist ein dringender Appell, den der kleine Ben an den Bauzaun gehängt hat. „Hier soll wieder ein bunter Spielplatz sein!“, steht auf einem Plakat an der Absperrung des „Bunte Hügel“-Areals. Seit Anfang Juli ist es nicht zugänglich — fast schon so etwas wie ein Markenzeichen des Geländes. Nun aber dürfte dieses unrühmliche Kapitel endlich abgeschlossen werden; Anfang August sollen die Kinder ein neues Areal zum Toben und Spielen haben.

Ein kurzer Rückblick: Als der Südstadtpark 2004 eröffnet wurde, sollten die „Bunten Hügel“ — Betonerhebungen, die mit einem farbigen Fallschutzbelag überzogen und auf denen Spielgeräte angebracht waren — als Kleckse den Park aufwerten und den Kindern Platz zum Spielen bieten. Leider währte die Freude nicht lange. Bereits ein Jahr nach der Freigabe begann der Fallschutzbelag zu leiden — teils, weil er sich von selbst an den Hügeln löste, teils weil ihm Vandalismus zusetzte.

Streit vor Gericht

Das Areal musste zwischenzeitlich immer wieder gesperrt werden, um die Mängel zu beseitigen. Nebenher lief ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der Stadt Fürth und dem Spielplatzhersteller. Am Ende gab es für die Kommune Schadensersatz – ein Großteil der Summe floss jedoch schon in die Gerichts- und Sachverständigenkosten (wir berichteten ausführlich).

Nun sollen die „Bunten Hügel“ durch einen neuen Spielplatz abgelöst werden, der nur unwesentlich teurer kommt als eine Sanierung.

115 000 Euro sind dafür im Haushalt des Grünflächenamts eingeplant; zusammen mit dem Rest der Summe, die die Stadt erstritten hat, stehen 125 000 Euro zur Verfügung. „Mit diesem Geld kommen wir hin“, sagt Ernst Bergmann, der beim Grünflächenamt für die Neuanlage und Sanierung von Spielplätzen zuständig ist.

Ein wenig kleiner wird die neue Anlage werden, acht Spielgeräte sollen die Hügel ersetzen, die bereits eingeebnet sind. Dafür, dass auch der neue Spielplatz nicht zu gewöhnlich daherkommt, sondern mehr zu bieten hat als Rutsche und Wipptier, hat sich Bergmann eingesetzt. Sechs Geräte, die ein wenig an Designobjekte erinnern, werden aufgestellt, außerdem drei grasgrüne Bänke. Zwei so genannte Fantasiespiele, die Kinder etwa für Rollenspiele nutzen können, wenden sich bewusst an die Kleinen bis drei Jahre.

„Für sie gibt es generell etwas zu wenig auf den städtischen Spielplätzen“, räumt Bergmann ein, der sich darum bemüht, dass für diese Altersklasse überall nach und nach ein wenig aufgerüstet wird. Bei den Kosten für die Geräte — sie schlagen mit knapp 39 000 Euro zu Buche — ist der Hersteller der Stadt entgegengekommen. „Wir haben einen Großkundenrabatt bekommen, außerdem wird der Spielplatz ein Referenzobjekt werden“, sagt Bergmann. Das heißt: Er könnte durchaus einmal im Katalog der Herstellers auftauchen.

Allzu lange wird es nicht mehr dauern bis zum Startschuss. Die alten Geräte sind schon abgebaut, heute wird mit dem Aufbringen des neuen Fallschutzbelags begonnen. Dass dieser künftig keinen Ärger mehr macht, davon ist Bergmann übrigens felsenfest überzeugt: „Der Belag hat nur auf den gekrümmten Hügeln nicht gehalten.“

Läuft alles glatt, könnte der neue Spielplatz Anfang August, also noch rechtzeitig zum Start der Sommerferien, eingeweiht werden. Was sich der kommunale Spielplatz-Beauftragte von der neuen Anlage erhofft? „Ich wünsche mir, dass Ben, der das Schild gemalt hat, und seine Freunde zufrieden sind.“

GWENDOLYN KUHN

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