Bürgergarten ersetzt keinen Kreisverkehr

8.6.2010, 00:00 Uhr
In den letzten Zügen liegen die Kanalbauarbeiten in der Würzburger Straße. Nach der Kirchweih Ende Juli soll hinter dem Gasthof Krone (im Bild) dann die neue Grünanlage in Angriff genommen werden.

In den letzten Zügen liegen die Kanalbauarbeiten in der Würzburger Straße. Nach der Kirchweih Ende Juli soll hinter dem Gasthof Krone (im Bild) dann die neue Grünanlage in Angriff genommen werden. © Hans-Joachim Winckler

»Wir haben genug Freiflächen«, meint der Burgfarrnbacher Manfred Rühl, der das Geld lieber für den dem Rotstift zum Opfer gefallenen Kreisel an der Bernbacher Straße verwendet sehen würde. Doch die Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket lassen sich nicht so einfach verschieben. Und bei einem Fördersatz von 87 Prozent verbietet sich für Krauße jede Diskussion. Ein Kreisverkehr wird laut Baureferent nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz mit maximal 45 Prozent gefördert.

Zudem drängt die Zeit, denn im kommenden Jahr muss der Bürgergarten nicht nur fertig sein, sondern auch komplett abgerechnet, um die Fördermittel nicht zu verwirken. Schon seit Mitte April laufen in der Würzburger Straße die Kanalbauarbeiten zur Vorbereitung des Bürgergartens. Dieser soll nach der Burgfarrnbacher Kirchweih Ende Juli in Angriff genommen werden.

Ein Gemeinschaftszentrum

Herzstück der 375 000 Euro teuren Grünanlage ist eine Scheune, die die Stadt einschließlich des Grundstücks bis zur Lehenstraße bereits erworben hat. Sie soll zum Gemeinschaftszentrum ausgebaut werden. Die Kommune will mit dem Projekt ein Zeichen auch gegenüber dem Freistaat setzen, dessen Förderprogramm für die längst beschlossene Ortskernsanierung noch immer aussteht. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket konnte - wie berichtet - bereits die Schlossfassade aufgemöbelt werden.

Während die Verschönerung Burgfarrnbachs auf den Weg gebracht ist, sorgen die Verkehrsprobleme im Ort zunehmend für Verstimmung. Vor allem bei den Anwohnern in der Hinteren Straße liegen die Nerven blank. Durch die Sperrung der Würzburger Straße ist diese Verkehrsader extrem belastet. Auf Druck von Unternehmen aus dem Gewerbegebiet an der Veitsbronner Straße hat die Stadt Halteverbotszonen ausgewiesen, um den Verkehrsfluss zu erleichtern. Alle Bemühungen um eine Verkehrsberuhigung waren zuvor schon gescheitert. Dazu gehörte auch ein Tempo-30-Zone, die Fürth per Gerichtsurteil wieder zurücknehmen musste.

Kein Freund des Halteverbots ist Hans-Joachim Gleißner. Der Leiter des städtischen Straßenverkehrsamtes trauert wie Anwohner Torsten Henkel der Verkehrsflussbremse durch parkende Autos nach. Genügend Platz sei auch so vorhanden gewesen. Lediglich für Lkw wurde es im Begegnungsverkehr eng. Henkel beklagt, dass manche Lastwagen jetzt mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien. Die Ausfahrt aus den Grundstücken sei in den Stoßzeiten kaum noch möglich und außerordentlich riskant.

Das Problem kann nach Ansicht des Baureferenten nur eine neue Umgehungsstraße lösen. Die Hintere Straße sei ursprünglich als Nordumgehung Burgfarrnbachs angelegt worden und unverzichtbar für das Gewerbegebiet. Immerhin ist ein Ende der Zusatzbelastung durch den Umleitungsverkehr aus der Würzburger Straße in Sicht: Bis 25. Juni soll der Kanalbau laut Gleißner abgeschlossen und der Ortskern wieder passierbar sein.

Bis dahin geht es allerdings noch einmal hoch her am nördlichen Ortsrand: muss die Hintere Straße doch auch als Transportweg für die 141 bei Cadolto in Cadolzburg gefertigten Module für die neue Frauenklinik am Fürther Klinikum herhalten. Für die Schwertransporte müssen entlang der Strecke zusätzliche Halteverbote ausgewiesen werden. Über die Zukunft der zuvor eingerichteten Halteverbotszonen soll der städtische Verkehrsausschuss nach einer mehrmonatigen Testphase entscheiden.