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City-Center: Sektkorken knallen erst später

Der Vertrag mit dem designierten Käufer Sonae Sierra ist noch nicht unterschriftsreif - Rechtliche Fragen - 24.12.2009

Die Weihnachtsdekoration im City-Center sorgt für festliche Stimmung, doch noch ist das Paket für den Verkauf des Hauses noch nicht geschnürt. © Hans von Draminski


Müller, der im Auftrag der 351 City-Center-Eigentümer seit Monaten federführend in die Verkaufsverhandlungen eingebunden ist, spricht von unzähligen rechtlichen Fragen, die es noch zu klären gelte – zum Beispiel Grundbuchbereinigungen und Verhandlungen über Einzelverträge. Drei Monate werde diese Phase wohl noch in Anspruch nehmen, vorher sei nicht damit zu rechnen, dass im Center etwas passiert.

Frühestens im Spätsommer, so der Wirtschaftsreferent, könne mit der von allen ebenso herbeigesehnten wie gefürchteten Sanierung begonnen werden, die wohl einem Komplettumbau gleichkommen wird. Hinter den Kulissen gilt bereits als sicher, dass Sonae Sierra das Einkaufszentrum mit seinen 26000 Quadratmetern Ladenfläche auf einen Schlag auf Vordermann bringen wird.

Nicht genug Platz

Das heißt: Für sämtlich Geschäfte, die sich im Center befinden, müssen Übergangsquartiere gefunden werden. Wo, bleibt noch nebulös, denn im ehemaligen Fiedler-Modehaus an der Rudolf-Breitscheid-Straße, das der Stadt gehört, dürfte kaum genug Platz für alle sein.

Wie berichtet, hatten die Eigentümer vor anderthalb Monaten die Weichen für den Verkauf gestellt. Alle erklärten sich angesichts des zunehmenden Niedergangs im demnächst 25 Jahre alten Haus bereit, es abzustoßen. Sonae Sierra, Betreiber von rund 50 Shopping-Centern in Europa, blieb als einziger ernsthafter Kaufinteressent übrig - für viele überraschend, denn das Unternehmen war erst kurz zuvor mit dem Versuch, unter dem Namen «Neue Mitte« ein ähnlich großes Einkaufszentrum links und rechts der Breitscheidstraße zu errichten, relativ unrühmlich gescheitert. Wie Thomas Binder, Deutschland-Chef von Sonae Sierra, jedoch im Gespräch mit den Fürther Nachrichten versicherte, habe man deshalb den Glauben an die Kleeblattstadt nicht verloren. Mit einem attraktiven Angebot könne man hier viele Käufer zurückgewinnen, die zwischenzeitlich in die Nachbarkommunen Nürnberg und Erlangen ausgewichen sind.

Wie viel Sonae Sierra für das CityCenter auf den Tisch legen wird, will noch niemand verraten, doch nach Schätzungen werden rund 25 Millionen Euro fließen. Mindestens 50 Millionen müsste der Käufer danach in den grundlegenden Umbau stecken. 

Wolfgang Händel

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