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Dienstag, 15.10.2019

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Darf der Hund die Ringe zum Traualtar tragen?

Solche und andere Fragen wurden beim ersten "Kirchen-Meeting" vor Sankt Michael in Fürth gestellt - 14.09.2019 21:00 Uhr

Das „Sigi-Kraft-Duo“ unterhielt die Gäste vor der Kirche Sankt Michael mit entspannter Jazz-Musik. © Peter Romir


Nach den Angaben von Pfarrerin Christiane Lehner wurden über 1500 Einladungen verschickt. "Nämlich an alle Menschen, die im vergangenen Jahr eine Taufe, Beerdigung oder Hochzeit im Dekanat hatten", sagt sie, "und dazu noch an alle Pfarrerinnen und Pfarrer."

Gekommen sind schließlich etwa 70 Menschen, die es sich bei Häppchen und entspannter Jazz-Musik vom "Sigi-Kraft-Duo" auf den Bierbänken gemütlich machen. "Wir sind sehr gespannt auf die Wünsche der Menschen – und ob es Beschwerden gibt", sagt Moderatorin Jasmin Kluge von der evangelischen Kirchenagentur.

Aber schon bei den schriftlichen Rückmeldungen auf die Einladungen zeigte sich, dass die überwiegende Mehrheit sehr zufrieden ist: "Obwohl ich Atheist bin, fühlte ich mich bei der Trauerfeier für meine gläubige Großmutter sehr wohl – wenn ich einen Gottes- und Jenseitsglauben hätte, würde ich mich bei euch gut aufgehoben fühlen", zitiert Lehner aus einem Brief.

Ähnlich sieht es auch vor Sankt Michael aus: Die meisten berichten von schönen Erfahrungen mit der evangelischen Kirche. Nur wenige Knackpunkte werden angesprochen: Eine Familie hätte gern ihren Fürther Großvater in Nürnberg beerdigt, doch in beiden Städten fühlte sich niemand zuständig. Dekan Sichelstiel ist erstaunt: "Das ist eigentlich klar geregelt. Wenn die Beerdigung 50 Kilometer im Umkreis ist, ist der Pfarrer der Heimatgemeinde des Verstorbenen zuständig."

Eifrig sammeln die Kirchenleute die Anfragen der Menschen: Die betreffen meist die Hochzeiten: Darf man dabei ein katholisches "Ave Maria" singen? Kann man in ganz kleinem Rahmen zu dritt – oder ganz groß mit mehreren Paaren gleichzeitig feiern? Darf ein Hund die Trauringe zum Altar tragen?

Viel Spielraum

"Im Prinzip ist all das möglich", erklärt Christiane Lehner. "Die Pfarrerinnen und Pfarrer haben sehr viel Spielraum und können selbst entscheiden, was sie mitmachen wollen und was nicht."

Dass es diese Vielfalt gibt – und die evangelische Kirche weit weniger an strenge Formregeln gebunden ist, als viele denken – ist die größte Erkenntnis, die Dekan Sichelstiel und seine Kolleginnen den Leuten mit auf den Weg geben. Ihr Fazit: "Wir sollten das noch mehr nach außen transportieren."

Peter Romir

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