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Dienstag, 23.07.2019

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Demenzfreundliche Apotheken legen los

Mit neuer Fachkompetenz will das Personal Patienten und Angehörige unterstützen - 15.06.2019 16:00 Uhr

Ein Aufkleber an der Tür soll es sichtbar machen: Das hier ist eine „demenzfreundliche Apotheke“. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Oft kennen sie ihre Kundinnen und Kunden seit vielen Jahren, erfahren im Plausch an der Ladentheke auch mal von deren Freude und Leid oder bekommen mit, dass sich jemand immer intensiver um den Partner oder die Mutter, den Vater kümmern muss.

Mit dem Projekt "Demenzfreundliche Apotheke" möchte eine Reihe von Apotheken in Stadt und Landkreis nun Menschen besser unterstützen, deren Leben von einer Demenzerkrankung berührt wird. Sie wollen sich als Anlaufstelle für die Patienten und deren betreuende Personen gleichermaßen anbieten.

Oft fehlt Angehörigen die Zeit

Viele Angehörige von Demenzkranken seien so sehr eingebunden in die Pflege, dass ihnen die Zeit fehle, sich über Entlastungsmöglichkeiten zu informieren, sagt Apotheker Paul Schmitz, der das Projekt in Fürth leitet. Um sie unterstützend beraten zu können, haben er und mehrere Kollegen aus Fürth und Umgebung seit April an speziellen Fortbildungen der Bayerischen Landesapothekerkammer teilgenommen.

Die Geschäfte, deren Personal die Schulung zur "Demenzfreundlichen Apotheke" durchlaufen hat, werden mit einem entsprechenden Logo ausgezeichnet. Damit sollen ihre Bemühungen und Aktivitäten nach außen und vor allem für die Betroffenen sichtbar gemacht werden. Vernetzt hat man sich auch mit den hiesigen Fachstellen. 

Bislang gehören folgende Standorte zum neuen Netzwerk "Demenzfreundliche Apotheke": in Fürth die Adler-Apotheke, die Apotheke am Kieselbühl, die Apotheke am Stadtwald, die Apotheke zur grünen Schlange, die Friedrich-, Hirsch-, Malzböden-, Mohren-, Medicon-, Ronhof-Apotheke, die St.-Pauls-Apotheke und die West-Apotheke; in Oberasbach die Luna-Apotheke und in Wilhermsdorf die Schloss-Apotheke.

Wie auch Schmitz erzählt, erleben Pharmazeuten häufig die Ängste und Sorgen von Menschen, die Familienmitglieder versorgen und pflegen. Nach der Diagnose Demenz seien viele Betroffene zunächst unsicher. Die wohnortnahen Apotheken, so der Gedanke hinter dem Projekt, könnten zur niedrigschwelligen Anlaufstelle werden: Es biete sich an, Demenzpatienten und ihre Angehörigen nicht nur über Arzneimittel zu informieren, sondern auch beispielsweise zu Präventionsmöglichkeiten zu beraten oder bei der Vermittlung von professioneller Unterstützung behilflich zu sein.

Vor allem gehe es darum, Patienten oder Angehörige anzusprechen und ihnen Info-Materialien mitzugeben. "Auf Wunsch könnten wir dann auch direkt den Kontakt zu einer Beratungsstelle herstellen", sagt Schmitz. Mit dem Angebot wolle man auch dazu beitragen, dass Stadtviertel für alle Altersgruppen lebenswert bleiben.

Das Netzwerk freut sich über Zuwachs. Weitere Apotheken, die teilnehmen möchten, können Paul Schmitz, Leiter des Qualitätszirkels Pharmazeutische Betreuung Fürth, über die Bayerische Landesapothekerkammer kontaktieren: info@wipig.de 

Claudia Ziob

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